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Die Besiedlung Deutsch-Ostafrikas / Paul Samassa
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I

Das Befiedlungsproblem

Die Frage der Besiedlung unsrer Kolonien hat von Beginn unsrer Kolonialbewegung an im Vordergrund des Interesses gestanden. Zur Zeit, als wir überhaupt praktisch Kolonial- politik zu treiben begannen, erreichte die deutsche Auswan­derung einen Höhepunkt, und unter den Gründen, die die damals noch spärlich gesäten Freunde deutscher Kolonialpolitik für die Notwendigkeit kolonialer Erwerbungen ins Feld führten, stand der eine Punkt obenan, daß wir Neuland gewinnen müßten für die Hunderttaufende, die zurzeit die Heimat verlassen, in der Fremde deutschem Volkstum verloren gehen und die wirt­schaftliche Macht unsrer Wettbewerber verstärken. Inzwischen ist dies freilich weniger dringend geworden. Die deutsche Auswan­derung ist so gut wie ganz verschwunden, und andrerseits haben wir erkennen müssen, daß wir bei der Aufteilung der Erde zu spät gekommen waren und wertvolles Land für eine weiße Besiedlung großen Stils nicht mehr erlangen konnten. In Südwestafrika werden wir kaum eine größere Dichtigkeit der Bevölkerung erreichen können, als den ehemaligen Buren­republiken im Laufe einer über ein halbes Jahrhundert alten

Samaffa, Besiedlung. 1