Einige Schlußfolgerungen
er Aufftand von 1905/06, deflert Verlauf ich in den 1 vorftehenden Blättern zu Ichildem verfucht habe, Fj beftätigt die Richtigkeit einer Beobachtung, die fich ganz allgemein aus der Gelchichte der Kolonifierung von Ländern fogenannter »wilder« Volksftämme ergibt. Wir erkennen, daß die neuzeitliche humane Kolonifationspraxis der europäilchen Nationen, welche altruiftilchen Beftrebungen zum Wohl der Eingeborenen faft die erfte Stelle einräumt, ebenfo- wenig imftande zu fein Icheint, die Neigung der Neger zum Rebellieren gegen ihre neuen Herren aus der Welt zu Ichaffen, wie das auf rein egoiftifcher Ausbeutung beruhende Kolonifations- fyftem früherer Jahrhunderte. Wir glauben die tieferen Urfachen hierfür in den Raffengegenfä^en zwilchen Europäer und Neger Richen zu follen, die fich nicht ausgleichen lalfen, fondern fich um fo Ichärfer geltend machen, je mehr man fie künftlich zu ver- wilchen fucht, fowie in unfern übereilten, aber nicht aufzuhaltenden Kultivierungs- und Zivilifierungsbeftrebungen.
Wie der Zündftoff, der fich auf diefe Weife anfammelt, zur Entladung kommen kann, zeigen deutlich die Vorgänge des Jahres 1905. Sie geben uns hier noch einmal Anlaß zu einigen allgemeinen Bemerkungen.
Zunächft muß damit gerechnet werden, daß Aufftands- gelüfte in allen denjenigen Persönlichkeiten ohne weiteres geweckt werden, die unter dem neuen Regime ihren bisherigen Einfluß in irgend einer Weife gemindert fehen. Die Zahl diefer
heit der Häuptlinge
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