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Deutsch-Ostafrika im Aufstand 1905/06 / von Graf von Götzen
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Der Feldzug gegen die Wangoni

Charakter der bis­herigen Operationen

fienn man die militärifchen Unternehmungen des Auf- ftandsjahres 1905 in wenigen Sätjen charakterideren wollte, fo könnten diefe folgendermaßen lauten: Überall da, wo erheblichere Streitkräfte auf­treten, wird Ichnell und mit überralchend wenig Opfern ein Er­folg erzielt. Diefer Erfolg ift aber nur dann von Dauer, wenn der Sieger das wieder erftrittene Gebiet längere Zeit befetjt hält.

Ferner: infolge der numerilchen Schwäche der Schuijtruppe dauert es faft immer viel zu lange Zeit, bis es der Truppenführung möglich ift, genügend ftarke Kräfte an den Brennpunkten der aufftändilchen Bewegung einzufeuern

Die erfte verhältnismäßig bedeutende Streitmacht war in Daresfalam erft Mitte Oktober, alfo zehn Wochen nach Ausbruch der Unruhen, aktionsbereit gewefen. Diefer Zeitpunkt liegt aber wesentlich weiter zurück als der, in welchem die Truppenführung die uns in ihrem Verlauf bereits bekannten planmäßigen Unter­nehmungen in den Bezirken Mahenge und Morogoro einleitete.

Es wird daher kurz zu begründen fein, weshalb damals diefe erften verfügbaren Referven nicht den am nächften liegenden be­drohten Stationen zu Hilfe eilten, fondern gelchlolfen gegen die Wangoni im Bezirk Ssongea in Bewegung gefegt wurden.

Erftens war man in Daresfalam darüber unterrichtet, daß der Wangoniftamm (ich in feiner Gefamtheit erhoben hatte. Dar­aus war zu folgern, daß es dem Bezirksamt Ssongea an jenem

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