Einleitung und geographifches Kapitel
''B&PllÖvK' 6 ß ewonner von Daresfalam, der deutfch-oftafrikani- Einleitung
■ ^ nen Landeshauptstadt, erfreuen (ich in denSommer-
■ 1&M* monä ^ en einer frifchenSeebrife, die der Monfunwind J^sffipapj^ ihnen zufächelt. In den Julitagen des Jahres 1905 gefeilte fich diefer anregenden Wirkung der Temperatur noch der belebende Einfluß des Bahnbaus nach dem weiten Binnenland, mit delfen Bewilligung durch den Reichstag die »neue Ära« für Deutlch - Oftafrika eingelegt hatte. Einem mehr als zehnjährigen Sehnen und Wünfchen, das alle Freunde der Kolonie, Träger vorfichtigen Gelchäftsfinnes und weitblickende Idealiften gleichermaßen, erfüllt hatte, war damit Genüge gelchehen. Bei unferen Koloniften regten fich wieder Körper und Geift, die unter mittelafrikanilbhem Himmel leicht zu erlahmen pflegen. Die (chlechten Zeiten (chienen vergelfen zu fein, und mancher deutlche Oftafrikaner, voller Hoffnungen für die Zukunft, umgeben von üppiger tropilcher Natur, mochte wohl im Stillen beim Lefen der Aufftandsnachrichten aus dem fernen Bruderland Südweft voll Mitleid die Landsleute bedauern, die dort heldenmütig unter unsäglichen Mühfalen und Schwierigkeiten ihre »Sandwüften« gegen zähe und waffengeübte Eingeborene zu behaupten hatten.
Ich felbft war damals eben erft von einer längeren Reife, die mich in meiner Eigenlchaft als Gouverneur der Kolonie zur Be- fichtigung unlerer Verwaltungseinrichtungen und Truppen nach dem Viktoria-See geführt hatte, in die Hauptftadt zurückgekehrt.
Göt>en, Deutfch-Oftafrika im Auffiand. I
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