Vorwort
ie nachfolgenden Blätter find dazu beftimmt, Erinnerungen an eine wichtige Epifode in der Ge- Ichichte der größten deutlchen Kolonie zu wecken und feftzuhalten.
Die große Negerrevolte, die in den Jahren 1905 und 1906 weite Gebiete Deutfch-Oftafrikas durchtobte, hat in allen ihren Wandlungen noch keine zusammenhängende und auch weiteren Kreifen zugängliche Darftellung erfahren. Eine folche der Öffentlichkeit heute zu übergeben, nachdem über drei Jahre feit jenen Ereignilfen vergangen find, ertchien mir der Mühe wert und im Hinblick auf die rafch fortfchreitende Entwicklung der Kolonie auch nützlich.
Der Inhalt des hier Gebotenen ift zum Teil perfönliches Erlebnis. Das Erlebte rief Empfindungen hervor und hinterließ Eindrücke, die (ich mit den Erfahrungen einer mehrjährigen kolonialen Tätigkeit verbanden. Daraus ergaben (ich Schlußfolgerungen, die bei den nahen Beziehungen, wie fie befonders in Kolonien Zwilchen militärilcher und wirtlchaftlicher Arbeit obwalten, notwendigerweife auf verlchiedene Gebiete des kolonialen Lebens übergreifen mußten. Der kriegeiifche Rahmen meiner Schilderung wird deshalb auch friedliche Bilder zu umfchließen haben.
Mitten in den Ereignilfen flehend und zur Mitwirkung an der heißen Arbeit jener Tage berufen, hatte ich fpäter Gelegen-
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