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Die Siedelungsgesellschaft für Deutsch-Südwestafrika : Vortrag, gehalten in der Staadswissenschaftlichen Gesellschaft zu Jena am 21. November 1907 / von G. K. Anton
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mit Diamantbohrgeräten durch das kolonialwirtschaftliche Komitee und später durch das Gouvernement geworden. Möchte die Re­gierung nun das Projekt von Hatsamas verwirklichen! Mit der infolge des großen Aufstandes heute völlig veränderten Stellung so­wohl der Regierung wie des Reichstages zu unseren Kolonien liegen die Voraussetzungen der Kleinsiedlung günstiger als früher. Die Frage, ob es möglich ist, eine für die Versorgung der Kolonie ins Gewicht fallende Menge von Getreide im Lande selbst zu er­zeugen, erscheint heute auch Rohrbach wichtig genug, um den Staudamm von Hatsamas, bei dem die Verhältnisse besonders günstig lägen, in Angriff zu nehmen. Dagegen empfiehlt es sich zurzeit noch nicht, das Projekt von Naute auszuführen, das die Regierung nach einer Mitteilung im Reichstag vorzuziehen scheint. Denn dort am Löwenflusse ist die englische South African Territories Com­pany ansässig. Wie ich in meinem Berichte über sie zeige, ist ihre Tätigkeit mit der der Siedlungsgesellschaft nicht zu vergleichen. Baut man das Stauwerk, ohne zuvor sich mit ihr auseinandergesetzt zu haben, so würde diese Gesellschaft, die das nicht verdiente, vom Löwendamm den Löwennutzen ziehen.

Hätte die Siedlungsgesellschaft das Projekt von Hatsamas aus­führen können, so würde sie bei seiner geographischen Lage nicht nur dem Interesse der Siedlung noch mehr gedient haben, sondern auch unmittelbar der Besiedlung ihrer eigenen Ländereien förderlich gewesen sein. Ihre wiederholten Bemühungen, es zu verwirklichen, scheiterten indessen, weil ihre eigenen Mittel nicht zureichten und die Regierung die erbetene Garantie nicht übernehmen wollte. Das führt mich nun zur letzten ihrer Tätigkeiten im Interesse der Sied­lung, zum Dampferunternehmen und ihrer hiermit in engster Ver­bindung stehenden Finanzlage.

Das gezeichnete Kapital der Siedlungsgesellschaft beträgt 300000 Mk, von denen bei ihrer Gründung 163500 eingezahlt waren. Erst 1905 infolge der Aufstandsverluste und der Anschaffung des Viehbestandes der Deutschen Kolonialgesellschaft für Südwestafrika wurde eine fernere Einzahlung nötig, wodurch der eingezahlte Be­trag sich auf 209550 Mk. erhöhte. Von jenen 163500 Mk. waren