II Die kulturelle und wirtschaftliche Bedeutung Neu-Guineas und des Bisimarek- Archipels.
4. Die Kuttnrelte« und wirtschaftlichen Voraussetzungen des
Landes.
Bei der Aufteilung der Erde unter die führenden Nationen sind wir Deutsche so spät auf dem Plane erschienen, daß wir nur noch Überbleibsel der üppigen Mahlzeit vorfanden, an der Briten, Franzosen und Niederländer sich gütlich gethan hatten. Das schließt aber keineswegs aus, daß wir nicht auch noch einige leckere Bissen erhäschten und wenigstens bei dem Resteressen guten Geschmack entwickelten; der deutsche Appetit kam freilich bei der Kargheit des Katerfrühstücks nicht auf seine Kosten, indes wird der Herrgott den Seinen bei Zeiten wohl ein neues Mahl bereiten und dann wird der deutsche Michel das Versäumte schon nachholen. Einstweilen müssen wir uns mit dem begnügen, was wir noch erwischten, und mit dem Wenigen und Minderwertigen so gut wirtschaften, wie es eben geht. Über unsere afrikanischen Schutzgebiete ist soviel geschrieben und berichtet worden, daß ihre Bedeutung auch in weiteren Schichten gewürdigt wird, Neu- Guinea dagegen ist den meisten ein verschwommenes Nebelbild, das irgendwo in einem südlichen Winkel der Landkarte liegen und Kannibalen beherbergen soll; daß das Land auch ein Wertobjekt, und zwar gar kein unbedeutendes, darstellt, ist nur wenigen bekannt. Das deutsche Südseeschutzgebiet liegt in seiner ganzen Ausdehnung im Gürtel der Tropen und hat daher im wesentlichen Klima und Vegetation mit andern Tropenländern gemein. Im einzelnen aber gehört Neu-Guinea