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Bd. 3 (1848)
Entstehung
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Denkwürdigretten.

nischen vom Ansgarithor her die Straße entlang standen und hier­auf, bis zur Curie nachfolgend, das Geleit gaben. Am Markte stattete der Nath seinen Dank für die Ehre ab und schenkte zwei fette Ochsen, ein Faß Wein, ein Faß emdener Bier, sechs Tonnen Hamburger Vier, eine Last Hafer, sechs Tonnen Bremer Vier, einen Zuber voll Hechte und einen anderen voll Quappen. Anderen Tages war ein großes Gastmahl auf dem Nathhausc, zu welchem die Bürgermeister Martin von Hopcnborch und Dirich Hover die hohen Gäste auf dasselbe geleiteten. Es kamen 24 Braten und 48 Gerichte auf die Tische, noch waren drei Schenk­tische reich besetzt, daß der Erzbischof und der Graf rühmten, nie so herrlich tractirt zu seyn. Auch bat ihn der Domdechant Dirich Frese zu Gast auf seine Curie. Dem Grafen Anton schenkte der Rath ans seinem Marstall einen schönen Hengst, der seinerseits dem Nathssecretair Louwe und dem Stadthauptmann Heine Woltke jedem einen fetten Ochsen schenkte, worauf man freundlich von einander schied und der Erzbischof, unter Geleit von 60 ge­rüsteten Bürgern bis Ostcrholz, im vollen Cüraß und einen schwarzsammtenen Rock darüber sich wieder auf sein Schloß Börde begab.

Nicht minder hatte kurz zuvor der Graf Jost von Hova, als er von einer Taghaltung mit seinem Vetter dem Grafen Enno von Ostfriesland über Bremen mit M Reitern zurückkehrte, freundliche Aufnahme gefunden und war vom Rathe in seiner Herberge herrlich tractirt, dabei die vier Bürgermeister uud der Svndicus vi'. von der Wiek zugegen, auch mit einem schönen Hengst und 24 Rindern beschenkt worden.

1522. Der Augustinermönch Heinrich von Zütphen hielt am 10. Novbr. seine erste Predigt in der Capelle Set. Ansgari-Kirche.

1524. Das Zuchthaus, seiner Zeit berühmten Namens, wurde neben dem Bräutigam zu bauen angefangen.

1525. Es war ein so heftiger Sturm, daß viele Stcin- stücke aus dem Thurm der U. L. Fr. Kirche brachen.

1526. Ein Spruch des Rathes bestimmte, daß auf dem Schlosse Blumenthal von den Kindern einer in Leibeigenschaft geborenen Mutter, die einen Freien geheirathet, zwei in Leib-