Zugaben.
Nach den besonderen Beziehungen, worin die Derbrecherin, der Geschichte zufolge, mit dem Herrn Magister R. und ihrer Freundin Marie H. gestanden, möchte in mehrfacher Hinsicht, namentlich auch zu Verhütung jeglicher Mißdeutung, ein Blick in jene Beziehungen, wie sie sich nach der Entlarvung der Scheinheiligen gestaltet haben, in diesem Buche nicht fehlen dürfen. Ein Par Briefe derselben aus dieser Zeit erscheinen dazu besonders paßlich, von denen der letztere zur besseren Charakteristik in der eigenthümlichen fehlerhaften Schreibart der Gottfried verbleiben möge.
1 .
„Herr Doetor R. Wohlgeb.
Entschuldigen Sie gütigst, daß ich mir die Erlaubniß nehme und Ihnen ein Par Zeilen schreibe, da ich fühle, daß ich Ihnen so oft eine Unwahrheit sagte und auch schriftlich zusandte, theils aus Furcht, theils aus Gewohnheit. Hatte ich immer die Wahrheit geredet, den lieben Gott gefürchtet, die Lehren meiner guten sel. Eltern treu befolget, so würde mir dieses traurige LooS nie zu Theil geworden seyn, mein sel. Mann, nebst seinem Bater, und alle meine andern Angehörigen, an denen habe ich mich sehr versündiget; dieses fühle ich täglich mehr; leider kann ich es nicht zurück nehmen; meine Sünden sind zu groß und zu viel.