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V. Abschnitt
Leben seit Gottfried's Tode bis zur nächsten Vergiftung, ihres Verlobten, Paul Thomas Zimmermann. (1817...1823X
So waren Gatte, Eltern, Kinder und Bruder hin- gemordet, um den Besitz Gottfrieds, — und auch dieser liegt jetzt entseelt da, ein Opfer gräulicher Selbstsucht. — Wagt man die Größe eines Verbrechens nach den Rücksichten auf die Gewalt des dazu anreizenden leidenschaftlichen oder lasterhaften Triebes, so wie auf die Stärke der zwar widerstreitenden, jedoch übertäubten Stimme besserer Gefühle, — so erscheint unverkennbar in dem Innern unserer Verbrecherin ein Wachsthum der Höllenmacht, eine immer eisigere Erstarrung irgend wohlwollender Empfindungen.
Und gerade hieran wird uns diese Geschichte auch ferner, bis zur Verhaftung der Verbrecherin, wie ungeheuer dieselbe auch schon vor uns steht, ein stetes Zunehmen ihrer Entmenschung, man möchte sagen, ihrer Verteufelung, erkennen lassen; indem jede blutige That ihr in der Folge immer gleichgültiger, und selbst der kleinste Beweggrund ihr dazu hinreichend werden wird.
In dieser, wie auch noch in anderer Beziehung, ist der Abschnitt dieser Geschichte bei der Vergiftung Gottfried's in dem Leben der Verbrecherin selbst scharf
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