Teil eines Werkes 
Th. [1] (1831)
Entstehung
Seite
68
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IN. Abschnitt.

Eheliches Leben mit Miltenberg. Vergiftung desselben.

( 1806 ... 1813 ).

Fast nicht weniger wichtig für die Entscheidung unsers Schicksals, wie Geburt und Tod, liegt meistens in der Mitte des menschlichen Lebens der dritte Zeitpunkt, wo das Band der Ehe Mann und Weib an einander knüpft. Kommt der Mensch zur Welt, so hat die Hand der Liebe lange sorgsam alles zu seinem Empfange bereitet, tausend Gefahren nach Kräften abzuwenden gesucht, welche dem jungen Leben Verderben drohen. Naht er sich dem Grabe, so strebt dieselbe Liebe, ihn festzuhalten und, wenn sie dies nicht vermag, wenigstens ihn in's Jenseits zu begleiten mit Trost und andächtigem Gebet. Aber in jener, über Zeitliches und Ewiges so oft entscheidenden Mitte des Lebensweges dort vertritt nur zu häufig leichtsinnig jubelnde Hast die Stelle ernster Prüfung. Die vorliegende Lebensgeschichte wird eine unglückliche Bestätigung dieser Wahrheit liefern.

Das in der jetzt geschlossenen Miltcnberg'schen Ehe be­ginnende äußere Leben der jungen Frau war ganz dazu geeignet, ihr schon im Elternhause durch Alleinstehen und Arbeitsamkeit genährtes, mit Ehr- und Eigenliebe nahe verwandtes Selbstgefühl bedeutend zu erhöhen.