Heft 
(2015) Bd. 12. Architektur der Nachkriegszeit
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Denkmalpflege in Bremen Heft 12

Uwe Schwartz und Rolf Kirsch

Neue Unterschutzstellungen: Lloyd-Halle 4 und Seenotrettungs-Versuchskreuzer »Bremen«

Montagehalle (Halle 4) der Bremer Lloyd-Motoren-Werke

Einige der ehemaligen Produktionsgebäude des Bremer Automobilkonzerns Borgward sind heute noch, besonders an den Produktionsor­ten in Sebaldsbrück (ehemals Borgward, heute Mercedes) und am Hansa-Carre in Hastedt (ehe­mals Goliath), präsent. Aber auch die Lloyd- Motoren-Werke in der Neustadt gehörten einst zum Borgward-Konzern. Borgward produzierte unter der Marke »Lloyd« seit 1950, zunächst noch am Standort in Bremen-Hastedt, Klein­wagen, deren Karosserie wegen der damals herr­

schenden Materialknappheit aus Sperrholz be­stand, das mit Kunstleder überzogen worden war. Im Volksmund erhielten sie den Spitz­namen »Leukoplast-Bomber«, spöttisch reimte man: »Wer den Tod nicht scheut, fährt Lloyd.« Doch schon der preisgünstig hergestellte und nur schwach motorisierte Kleinwagen - das ers­te Modell LP 300 hatte einen 300 cm 3 großen und 10 PS starken Zweitaktmotor - erzielte auf dem Automobilmarkt eine starke Nachfrage. Auch wurden die einst imagebildenden Holz­teile des Wagens bis Oktober 1954 nach und nach durch Stahl ersetzt. 1955 war dann das erfolgreichste Jahr in der Unternehmensge-

Produktion des Lloyd Arabella in Halle 4 der Lloyd-Motorenwerke, um 1960 (Foto: Schammelt)

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