Denkmalpflege in Bremen Heft 12
Uwe Schwartz und Rolf Kirsch
Neue Unterschutzstellungen: Lloyd-Halle 4 und Seenotrettungs-Versuchskreuzer »Bremen«
Montagehalle (Halle 4) der Bremer Lloyd-Motoren-Werke
Einige der ehemaligen Produktionsgebäude des Bremer Automobilkonzerns Borgward sind heute noch, besonders an den Produktionsorten in Sebaldsbrück (ehemals Borgward, heute Mercedes) und am Hansa-Carre in Hastedt (ehemals Goliath), präsent. Aber auch die Lloyd- Motoren-Werke in der Neustadt gehörten einst zum Borgward-Konzern. Borgward produzierte unter der Marke »Lloyd« seit 1950, zunächst noch am Standort in Bremen-Hastedt, Kleinwagen, deren Karosserie wegen der damals herr
schenden Materialknappheit aus Sperrholz bestand, das mit Kunstleder überzogen worden war. Im Volksmund erhielten sie den Spitznamen »Leukoplast-Bomber«, spöttisch reimte man: »Wer den Tod nicht scheut, fährt Lloyd.« Doch schon der preisgünstig hergestellte und nur schwach motorisierte Kleinwagen - das erste Modell LP 300 hatte einen 300 cm 3 großen und 10 PS starken Zweitaktmotor - erzielte auf dem Automobilmarkt eine starke Nachfrage. Auch wurden die einst imagebildenden Holzteile des Wagens bis Oktober 1954 nach und nach durch Stahl ersetzt. 1955 war dann das erfolgreichste Jahr in der Unternehmensge-
Produktion des Lloyd Arabella in Halle 4 der Lloyd-Motorenwerke, um 1960 (Foto: Schammelt)
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