Denkmalpflege in Bremen Heft 12
Georg Skalecki
»Neue« alte Grundsätze für die Konservierung der Bauten der Nachkriegsmoderne
Der denkmalpflegerische Umgang mit der Architektur der Moderne, speziell derjenigen der Nachkriegsmoderne, ist unverändert ein Thema, das der Aufklärung bedarf. Nur mühsam setzt sich die Erkenntnis durch, dass auch Zeugnisse der Nachkriegszeit denkmalwürdig sein können. Immer noch stößt man auf das Vorurteil, die Denkmalpflege habe sich um die ehrwürdigen alten und besonders um die schönen Zeugnisse zu kümmern. Obwohl es einige Architekturikonen der Klassischen Moderne inzwischen geschafft haben, einen gewissen Respekt auch
in der breiten Öffentlichkeit zu erhalten, so zum Beispiel das Bauhaus in Dessau oder das Fagus-Werk in Alfeld, die beide sogar Weltkulturerbe der UNESCO geworden sind, bleibt eine große Skepsis gegenüber einem breiter angewendeten Denkmalbegriff und einer Ausweitung auch auf" die Architektur der Nachkriegszeit. In der Fachwelt herrscht hier natürlich schon lange weitgehend Konsens darüber, dass die Denkmalerfassung nie aufhört, man jede abgelaufene Dekade mit einem gewissen zeitlichen Abstand von etwa einer Generation
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Dessau* Weltkulturerbe B.iuh.ws mit neuer Fjsside njch Rekonstruktion