Heft 
(2015) Bd. 12. Architektur der Nachkriegszeit
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Denkmalpflege in Bremen Heft 12

Georg Skalecki

»Neue« alte Grundsätze für die Konservierung der Bauten der Nachkriegsmoderne

Der denkmalpflegerische Umgang mit der Ar­chitektur der Moderne, speziell derjenigen der Nachkriegsmoderne, ist unverändert ein Thema, das der Aufklärung bedarf. Nur mühsam setzt sich die Erkenntnis durch, dass auch Zeugnisse der Nachkriegszeit denkmalwürdig sein kön­nen. Immer noch stößt man auf das Vorurteil, die Denkmalpflege habe sich um die ehrwürdi­gen alten und besonders um die schönen Zeug­nisse zu kümmern. Obwohl es einige Architek­turikonen der Klassischen Moderne inzwischen geschafft haben, einen gewissen Respekt auch

in der breiten Öffentlichkeit zu erhalten, so zum Beispiel das Bauhaus in Dessau oder das Fagus-Werk in Alfeld, die beide sogar Weltkul­turerbe der UNESCO geworden sind, bleibt eine große Skepsis gegenüber einem breiter an­gewendeten Denkmalbegriff und einer Auswei­tung auch auf" die Architektur der Nachkriegs­zeit. In der Fachwelt herrscht hier natürlich schon lange weitgehend Konsens darüber, dass die Denkmalerfassung nie aufhört, man jede abgelaufene Dekade mit einem gewissen zeit­lichen Abstand von etwa einer Generation

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Dessau* Weltkulturerbe B.iuh.ws mit neuer Fjsside njch Rekonstruktion