Heft 
(2015) Bd. 12. Architektur der Nachkriegszeit
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Denkmalpflege in Bremen Heft 12

Uwe Schwartz

Dr. Max Säume (1901-1965) und

Günther Hafemann (1902-1960) -

modernster Städtebau der Fünfzigerjahre in Bremen

Der Zweite Weltkrieg hat die Lebenswege einer ganzen Generation oft entscheidend verändert, auch die der beiden Architekten Max Säume und Günther Hafemann. In Berlin aufgewach­sen, hatten sie sich im Studium der Architektur an der Technischen Hochschule Charlotten­burg (heute Technische Universität Berlin) ken­nengelernt und dauerhaft Freundschaft geschlos­sen. Ihr Lehrer an der Hochschule war Hans Poelzig (1869-1936), ein allgemein hoch an­gesehener Architekt, der zwischen den Welt­kriegen in der Architekturdiskussion um einen den neuen demokratischen Gesellschaftsverhält­nissen der Weimarer Republik angemessenen Architekturstil eine wichtige Rolle einnahm. Max Säume sprach 1960 im Nachruf auf sei­nen Freund und Kollegen Günther Hafemann (Säume 1960) über Hans Poelzig in der Rück­schau voller Bewunderung, kritisierte jedoch auch dessen Drang, die Architektur zu sehr zu individualisieren. Dieser Vorbehalt wurde aber wohl noch nicht während des Studiums gehegt, das die beiden etwa 1925 abgeschlossen haben müssen. Er entstand erst, nachdem Säume und Hafemann von der modernen, von rationeller Gestaltung geprägten Bewegung beeinflusst wur­den, die man damals als »Neues Bauen« beti­telte. Diese Bewegung, die während ihrer Stu­dienzeit in Berlin ihr Zentrum hatte, war von der Gründung des Bauhauses in Weimar und später in Dessau beflügelt worden und trat mit der Weißenhofsiedlung des Deutschen Werk­bunds in Stuttgart 1927 erstmals öffentlichkeits­wirksam in Erscheinung. Dass Max Säume kei­neswegs nur rationale Ideen während seines Stu­diums verfolgte, zeigt das Thema seiner 1926 abgeschlossenen Promotion: Diese behandelte das architektonische Werk des um 1400 tätigen Baumeisters Hinrich Brunsberg, untersuchte

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dessen Bauwerke und Werdegang erstmalig wis­senschaftlich und ordnete Brunsberg als bedeu­tenden preußischen Architekten und Begründer der Spätgotik in der Mark Brandenburg ein. Die intensive Auseinandersetzung mit gotischer Architektur ist unter fortschrittlich gesinnten jungen Architekten der Zeit vor 1925 durch­aus verbreitet. Der Expressionismus in der Ar­chitektur hat entsprechend auch viele Anleihen bei der Architektur des Mittelalters als einem - nach damaliger Auffassung - noch reinen, un­verfälschten Stil gemacht. Aber Säume strebte nicht nach einer rein wissenschaftlichen Tätig­keit, sondern wollte an der Gestaltung der Ge­genwart mitwirken: Noch während er promo­vierte, nahm Max Säume 1925 am großen städte­baulichen Wettbewerb zur Umgestaltung der Straße Unter den Linden in Berlin teil. Vier Blätter dieses Beitrags mit dem Motto »Vom Schloßplatz bis zum Brandenburger Tor. Im­mer ran, immer ran, immer ran!« haben sich in der Plankammer der TU Berlin erhalten. Sie be­legen das frühe Interesse Max Säumes für Fragen des Städtebaus. Es erscheint daher nur folge­richtig, dass er und Günther Hafemann im Jahr 1926 eine Anstellung im Berliner Büro des Ar­chitekten Hermann Jansen (1869-1945) erhiel­ten, der wie Hans Poelzig als Professor an der TH Charlottenburg lehrte und in seiner Zeit als einer der großen deutschen Städtebauer galt. Im Nachlass der Zeichnungen Hermann Jan­sens finden sich heute einige Blätter, die das Zeichen von Säume oder Hafemann tragen. Darunter sind für das Jahr 1926 Stadterweite­rungspläne für Wittlich (heute Rheinland-Pfalz) und Goslar (Am Köppelsbleek), 1927 für Brotte­rode in Thüringen oder 1930 der Bebauungs­plan für den Schlossplatz/Hindenburgplatz in Münster. Herausheben sollte man die Mitarbeit