Berichte aus der Praxis
Christiane Henze
Alter Glanz wiederentdeckt und jetzt auf dem neuesten Stand der Technik - Zur Sanierung der Gebäudehülle des Aalto-Hochhauses in der Vahr
Das spektakulär geformte 22-geschossige Hochhaus wurde von 1960 bis 1963 im Auftrag der Gemeinnützigen Wohnungsbaugesellschaft (GEWOBA), damals noch Teil des Baukonzerns Neue Heimat, nach Plänen des weltbekannten finnischen Architekten Alvar Aalto (1889-1976) erbaut. Das ehrgeizige Hochhausprojekt, seinerzeit mit 61,5 Metern höchstes Wohngebäude Bremens, war als Hauptdominante, krönender Abschluss und Symbol der GEWOBA-Groß- siedlung »Neue Vahr« (1956-1962) konzipiert; es sollte außerdem die Lage des atriumartigen Ladenzentrums »Berliner Freiheit« innerhalb der Siedlung markieren. Trotz der Einbindung
in eine großflächige Gesamtanlage wirkt das elegante, über einem fächerförmigen Grundriss errichtete Hochhaus wie ein Solitär. Aaltos individualistische, organische, von ihm selbst als »psychologischer Funktionalismus« interpretierte Formensprache, der er seine Sonderstellung unter den großen Architekten der Moderne verdankt, ordnet sich dem konventionell funktionalistisch gestalteten Umfeld nicht ein, sondern dominiert es kontrastierend.
Das Hochhaus mit seinen 189 Wohnungen war für alleinstehende Berufstätige und kinderlose berufstätige Paare, die als Mieter mit hoher Fluktuationsrate galten, konzipiert