Heft 
(2022) Bd. 19. Siedlungen
Seite
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Berichte aus der Praxis

Christiane Henze

Alter Glanz wiederentdeckt und jetzt auf dem neuesten Stand der Technik - Zur Sanierung der Gebäudehülle des Aalto-Hochhauses in der Vahr

Das spektakulär geformte 22-geschossige Hoch­haus wurde von 1960 bis 1963 im Auftrag der Gemeinnützigen Wohnungsbaugesellschaft (GEWOBA), damals noch Teil des Baukonzerns Neue Heimat, nach Plänen des weltbekannten finnischen Architekten Alvar Aalto (1889-1976) erbaut. Das ehrgeizige Hochhausprojekt, seiner­zeit mit 61,5 Metern höchstes Wohngebäude Bremens, war als Hauptdominante, krönender Abschluss und Symbol der GEWOBA-Groß- siedlung »Neue Vahr« (1956-1962) konzipiert; es sollte außerdem die Lage des atriumartigen Ladenzentrums »Berliner Freiheit« innerhalb der Siedlung markieren. Trotz der Einbindung

in eine großflächige Gesamtanlage wirkt das ele­gante, über einem fächerförmigen Grundriss errichtete Hochhaus wie ein Solitär. Aaltos individualistische, organische, von ihm selbst als »psychologischer Funktionalismus« inter­pretierte Formensprache, der er seine Sonder­stellung unter den großen Architekten der Mo­derne verdankt, ordnet sich dem konventionell funktionalistisch gestalteten Umfeld nicht ein, sondern dominiert es kontrastierend.

Das Hochhaus mit seinen 189 Wohnun­gen war für alleinstehende Berufstätige und kinderlose berufstätige Paare, die als Mieter mit hoher Fluktuationsrate galten, konzipiert