Tonga
Die Tonga-Inseln wurden im Jahre 1643 von dem holländischen Seefahrer Tasman entdeckt, 1773 von Cook wieder aufgefunden und von ihm 1777 vier Monate lang näher erforscht und wegen des sanften und freundlichen Charakters der Eingeborenen die „Friendly Islands" genannt, woraus man im Deutschen die „Freundschafts-Jnseln" machte, welcher Name sich nicht erhalten hat. Eine gründliche Kenntnis der Inselgruppe vermittelte aber erst das Werk des Engländers William Mariner, welcher 1806 auf dem „Port au Prince" hier Schiffbruch erlitt; während die meisten seiner Kameraden dabei untergingen oder von den Eingeborenen umgebracht wurden, gewann Mariner die Gunst des Königs Finau und brachte eine Reihe von Jahren, wie ein Tonganer lebend, auf den Inseln zu. Später haben D'Urville 1827, ZVilkes 1840 u. a. den Archipel besucht und beschrieben.
In vorhistorischen Zeiten haben die Tonganer Heereszüge in weite Fernen unternommen, deren Traditionen sich erhalten haben; m neuerer Zeit führten sie nur in ihrer Heimat gelegentlich bürgerlicher Unruhen Kämpfe, und einzelne beteiligten sich an den Kriegen der Vitier, niemals aber zeigten sie in ihren Kämpfen die wilde Grausamkeit ihrer Nachbarn. Die frühere Herrscherfamilie der Fatafehi wurde im Jahre 1800 durch die Empörung mächtiger Häuptlinge gestürzt, und nach langen Unruhen gelang es dem Häuptling von Hapai, die Vorherrschaft zu erlangen und unter Mitwirkung der Missionare allmählich den ganzen Archipel zu einem Staate zu vereinigen. Den ersten Versuch, hier die christliche Mission einzuführen, hatte schon im Jahre 1797 die 1795 in England gegründete Londoner Missionsgesellschaft gemacht, welche u. a. auch zehn Missionare nach Tongatabu entsandte, dort aber wegen der inneren Unruhen keinen Erfolg hatte und die Station schon im Jahre 1800 wieder aufgab. Ein zweiter, 1822 von den Wesleucmern unternommener Versuch gelang nicht besser, und ebenso wenig glückte ein dritter, 1826 in Tongatabu unternommener, dagegen erzielten dieselben Wesleuaner unter Turner seit 1830 glänzende Resultate in Hapai, zumal sich dessen Häuptling Taufaa Hau, der spätere König Georg I., vom Anfang seiner politischen Laufbahn an eng mit ihnen verbündete, die Einführung des Christentums in ganz Hapai durchsetzte und der Mission 1831 auch Zugang auf Vavau verschaffte. Schon 1832 wurde von den Tonganern ein Krieg gegen Uvea unter dem Vorwand der Heidenbekehrung geführt. Nachdem Taufaa Hau Vavau 1833 mit Hapai vereinigt hatte, wurde auch daselbst das