Australien.
„Die „Isri'a. ^ustralis" ist das südlichste aller Länder, östlich von Neuguinea gelegen, und, wie Einige behaupten, von so großer Ausdehnung, daß es sich bei gründlicher Erforschung als ein 5. Weltteil erweisen würde."
So schrieb ein holländischer Geograph noch im Jahre 1698 auf Grund sagenhafter Berichte von Seefahrern, aber Niemand hatte damals eine sichere Kenntnis von Australien, dessen Existenz Gelehrte allerdings als notwendiges Gegengewicht zu den nördlichen Kontinenten voraussetzten, und von der Andere überzeugt waren, weil von ihrem Kurse abgetriebene Schiffe die Ufer dieses nebelhaften Gebietes berührt hatten. Die älteste kartographische Darstellung Australiens ist diejenige auf dem 1492 hergestellten Globus von Martin Behaim, welcher an der Stelle Australiens ein großes Land mit unbestimmten Umrissen als „<Iava major" aufweist. Unter den Portugiesen, den erfolgreichsten Entdeckern jener Zeit, gingen zwar Gerüchte über Goldfunde an der Westküste dieses von ihnen „Isrra, ^.uritsra" genannten Landes; aber Schiffer, welche dort angelegt hatten, waren, wie es scheint, nicht fähig, diese Ufer wiederzufinden, oder sie hielten das, was sie sahen, aus Handelsinteressen streng geheim, und so blieb das Land noch über 190 Jahre in geheimnisvolle Schleier eingehüllt, die „1<zi'i'a australis inooKnita,", nachdem Amerika von Kolumbus entdeckt und das Kap der Stürme von Vasco de Gama umschifft worden war. Der Verkehr, welcher sich zwischen den Westküsten Südamerikas und Mexikos einerseits und den Philippinen andererseits allmählich entwickelte, führte im 16. Jahrhundert wohl zur Auffindung der meisten Südsee-Jnselgruppen, und im Jahre 1327 wurde der Portugiese Jörge de Menezes auch an die Nordküste von Neuguinea verschlagen, welche auch in der Folgezeit häufiger gesehen wurde, aber der australische Kontinent blieb unerforscht. Die Franzosen wollen allerdings um 1340 seine Küsten entdeckt haben, denn auf der 1542 von Jean Rotz veröffentlichten Karte befinden sich Angaben über die Westküste Australiens bis zum 35." südlicher Breite, doch fehlen dazu die schriftlichen Nachrichten. Zu dem speziellen Zwecke, den 5. Weltteil zu finden und zu kolonisieren, segelte im Jahre 1603 der spanische Lieutenant Torres von Südamerika nach Westen, wurde aber bei den Neuen Hebriden von seiner meuternden
Schanz, Australien und die Südsce. 1