Fidschi.
Diese Kruppe wurde schon im Jahre 1643 von Tasman entdeckt und von ihm „Prins Wilhelms-Eilanden" benannt. 1774 sah Cook nur eine ihrer südlichsten Inseln, Vatoa; auch Bligh und Wilson besuchten sie in den nächsten zwei Jahrzehnten, aber eine gründlichere Erforschung des Archipels verdankte man erst D'Urville, welcher ihn 1827 und 1838 besuchte, und ihm folgte 1840 Wilkes, dessen Aufnahmen so ausführlich und vollständig sind, daß sie die Grundlage für alle ferneren Forschungen bildeten.
Schon vor Ankunft der Europäer waren die Fidschileute in lebhaften Verkehr mit den Tonganern getreten, und es hatte sich eine gegenseitige Achtung zwischen diesen beiden Völkern herausgebildet, wobei die Fidschier als bessere Krieger, die Tonganer wegen ihrer höheren Bildung geachtet wurden. Es scheint, daß letztere hauptsächlich zum Baue größerer Boote nach hier kamen, zu denen es auf ihren Inseln an Bauholz fehlte, und daraus gingen zahlreiche Niederlassungen der Tonganer auf Fidschi hervor; ja in neuerer Zeit versuchte sogar König Taufaahau von Tonga seine Herrschaft auf die Ostgruppe der Fidschi-Inseln auszudehnen, was aber durch den König von Mbau erfolgreich hintertrieben wurde.
Die ersten Europäer, welche sich aus verschiedenen Inseln der Gruppe „ansiedelten", waren 27 im Jahre 1804 von der Norfolk-Jnsel in einem offenen Boote entflohene englische Sträflinge, welche den eingeborenen Häuptlingen in ihren Kämpfen untereinander beistanden und dafür ungefähr alles bekamen, was sie nur wünschten. Ein im Jahre 1808 gestrandetes schwedisches Sklavenschiff, die „Eliza" unter Charles Savage, lieferte die zweite „Ansiedler"-Gruppe, welche als Besitzer einiger den Fidschiern bislang unbekannten Musketen für den Häuptling von Mbau — einer kleinen Insel an der Ostseite der Hauptinsel Viti Levu —, dem sie sich anschloß, ein sehr wertvoller Bundesgenosse wurde und es diesem erlaubte, seinen Einfluß über den Hauptteil des Archipels auszudehnen. Schon im Jahre 1810 nahmen diß Häuptlinge von Mbau den Titel „Vuni Valu", d. h. „Wurzel des Krieges" an, der auch auf ihre Nachfolger überging. Im zweiten Jahrzehnt des 19. Jahrhunderts begannen dann auch, obgleich Fidschi wegen seines Kannibalismus fast den schlechtesten Ruf in der ganzen Südsee hatte, einzelne englische und amerikanische Händler nach Mbau und Vanua Levu zu kommen, angelockt durch den Handel in Sandelholz, welches einen guten Markt in China fand. Der chinesische Verkehr entwickelte dann auch die Fischerei und die von Amerikanern gelehrte marktfähige Zubereitung des Trepang, der in China geschätzten Delikatesse.