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Australien und die Südsee an der Jahrhundertwende : Kolonialstudien / von Moritz Schanz
Entstehung
Seite
165
 
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Ozeanien.

Unter diesem Namen faßt man heute gewöhnlich die Inselschwärme der Süd­see zusammen, welche sich von den Palau-Jnseln als den westlichsten bis zur Oster- insel als den südöstlichsten Vorposten erstrecken und nach ihren verschiedenen Bewohnern in die drei Hauptgruppen Mikronesien, Melanesien und Polynesien zusammengefaßt werden.

Neuguinea und die anderen melane fischen Inseln, unter denen die wichtigsten der Bismarckarchipel, die Salomonsinseln, Neukaledonien, die Neuen Hebriden und Fidschi sind, sind vorwiegend vulkanischer Natur, und viele der Eilande tragen noch heute thätige Vulkane. Diese Gruppe ist nach Umfang und Einwohnerzahl die bedeutendste.

Mikronesien mit den Palau-, Marianen-, Karolinen-, Marschall-, Gilbert- und Bonin-Jnseln, und

Polynesien, welches alle östlich gelegenen Gruppen umfaßt, darunter als größte die Sandwich-, Samoa-, Gesellschafts-, Marquesas- und Tonga-Inseln, besteht teils aus hohen Inseln rein vulkanischer Natur, vielleicht den noch hervorragenden Spitzen eines untergegangenen Kontinents, teils aus niederen Eilanden, welche vorzugsweise Werke riffbauender Korallen sind. Die oft sehr regelmäßige An­ordnung der Inseln in mehr oder weniger geraden oder bogenförmigen Linien verstärkt die Vermutung, daß sie die letzten Spuren unter das Meer versunkener Gebirge sind.

Neuseeland, obgleich von Polynesien bewohnt, bildet eine Gruppe für sich.

Die Größenverhältnisse und Einwohnerzahlen der einzelnen Gruppen sind folgende:

Melanesien: Neu-Guinea 14673 geogr. UMeilen, 837000 Einw.

die übrigen Inselgruppen 2630 643000 Polynesien: Hawai ' 307 90000

die übrigen Inselgruppen 182 112000 Mikronesien: 64 97000

Neuseeland: 4923 800000

Ozeanien: 22800 2379000