Denkmalpflegeprogramm der BKM konnte die Maßnahme gefördert und im August 2020 abgeschlossen werden.
Die erfolgreiche Sanierung ist das Ergebnis einer guten Zusammenarbeit zwischen allen Projektbeteiligten, denen an dieser Stelle vom Landesamt für Denkmalpflege gedankt werden soll. Besonderer Dank gilt Herrn Fischer für die Überlassung des Ersatzmaterials aus dem Steinbruch in Burgberg, auf den wir allein durch den Hinweis von Herrn Dr. Bittner vom Bayrischen Landesamt für Denkmalpflege aufmerksam wurden. Für die denkmalgerechte Restaurierung und statische Ertüchtigung sowie den
Erwerb und Transport der Steine aus dem Allgäu danken wir Herrn Buchenau von der Claus Ellenberger GmbH. Weiterer Dank gilt Herrn Dr. Schlütter von der MPA Bremen für die Untersuchung und fachliche Beratung des Steinmaterials sowie Frau Ueberdiek (Immobilien Bremen) für die genaue Planung und Koordinierung der Bauausführung.
Quellen
Bauakte, Staatsarchiv Bremen
Ottmar Struwe
»Bauschaum rettet Baudenkmal.« Von der Fassadensanierung eines Wohnblocks in Bremerhaven
Die Überschrift klingt zunächst unglaublich - die Anwendung von Bauschaum soll ein Denkmal gerettet haben und das mit Zustimmung der Denkmalpflege. Was zunächst schwer vorstellbar ist, wurde in Bremerhaven Wirklichkeit. Doch wie kam es dazu?
Von den Mietern eines unter Denkmalschutz stehenden fünfgeschossigen Gebäudes in Bremerhaven waren der Wohnungseigentümerin immer wieder Feuchtschäden an den Außenwänden gemeldet worden. Es erfolgten daraufhin die üblichen Reparaturen an den Anschlusspunkten der Fassade zu den Fenstern und der Verfugung - leider mit mäßigem Erfolg. Die Anzahl der Schadensmeldungen wurde zwar geringer, aber gelöst war das Problem dadurch offensichtlich nicht. Doch wie konnte die Feuchtigkeit durch die Klinkerfassade mit ausgebesserter Verfügung bis in das Innenmauerwerk gelangen? Man vereinbarte, dieser Frage in einer umfassenden Untersuchung der Fassade nachzugehen. Zunächst wurden an verschiedenen Stellen Bauteile geöffnet und Materialproben entnommen und anschließend
untersucht. Die Ergebnisse waren leider katastrophal. Neben ein paar konstruktiven Schwachstellen war es vor allem der zur Erbauungszeit im Jahre 1929 verwendete Mauermörtel, der viel zu wenig Bindemittel aufwies und so zu einer instabilen und damit auch undichten Vormauerschale führte. Steine der Vormauerschale, die zur Verankerung mit dem Hintermauerwerk verbunden sein sollten, fanden in dem sandigen Mörtel nicht genügend Halt. Die Standsicherheit der Fassade war nicht mehr gewährleistet und das ursprüngliche Problem der Durchfeuchtung war auf einmal nur noch Nebensache!
Aber was sollte jetzt geschehen - die Fassade abreißen und neu aufmauern? Für die Denkmalpflege war das natürlich keine Option und so wurde nach anderen Lösungen gesucht. Der zielführende Vorschlag kam von dem Bremerhavener Architekturbüro, das bereits mit der Instandsetzung des Gebäudes beauftragt war: die Verklebung von Vormauerschale und Hintermauerwerk mit einem speziellen Bauschaum. Da der Einsatz von Bauschaum bei einem