Heft 
(2021) Bd. 18. Gotik
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Denkmalpflegeprogramm der BKM konnte die Maßnahme gefördert und im August 2020 ab­geschlossen werden.

Die erfolgreiche Sanierung ist das Ergebnis einer guten Zusammenarbeit zwischen allen Projektbeteiligten, denen an dieser Stelle vom Landesamt für Denkmalpflege gedankt werden soll. Besonderer Dank gilt Herrn Fischer für die Überlassung des Ersatzmaterials aus dem Steinbruch in Burgberg, auf den wir allein durch den Hinweis von Herrn Dr. Bittner vom Bayri­schen Landesamt für Denkmalpflege aufmerk­sam wurden. Für die denkmalgerechte Restau­rierung und statische Ertüchtigung sowie den

Erwerb und Transport der Steine aus dem All­gäu danken wir Herrn Buchenau von der Claus Ellenberger GmbH. Weiterer Dank gilt Herrn Dr. Schlütter von der MPA Bremen für die Untersuchung und fachliche Beratung des Steinmaterials sowie Frau Ueberdiek (Immo­bilien Bremen) für die genaue Planung und Koordinierung der Bauausführung.

Quellen

Bauakte, Staatsarchiv Bremen

Ottmar Struwe

»Bauschaum rettet Baudenkmal.« Von der Fassadensanierung eines Wohnblocks in Bremerhaven

Die Überschrift klingt zunächst unglaublich - die Anwendung von Bauschaum soll ein Denk­mal gerettet haben und das mit Zustimmung der Denkmalpflege. Was zunächst schwer vor­stellbar ist, wurde in Bremerhaven Wirklichkeit. Doch wie kam es dazu?

Von den Mietern eines unter Denkmal­schutz stehenden fünfgeschossigen Gebäudes in Bremerhaven waren der Wohnungseigen­tümerin immer wieder Feuchtschäden an den Außenwänden gemeldet worden. Es erfolgten daraufhin die üblichen Reparaturen an den Anschlusspunkten der Fassade zu den Fenstern und der Verfugung - leider mit mäßigem Er­folg. Die Anzahl der Schadensmeldungen wur­de zwar geringer, aber gelöst war das Problem dadurch offensichtlich nicht. Doch wie konnte die Feuchtigkeit durch die Klinkerfassade mit ausgebesserter Verfügung bis in das Innen­mauerwerk gelangen? Man vereinbarte, dieser Frage in einer umfassenden Untersuchung der Fassade nachzugehen. Zunächst wurden an ver­schiedenen Stellen Bauteile geöffnet und Ma­terialproben entnommen und anschließend

untersucht. Die Ergebnisse waren leider katas­trophal. Neben ein paar konstruktiven Schwach­stellen war es vor allem der zur Erbauungszeit im Jahre 1929 verwendete Mauermörtel, der viel zu wenig Bindemittel aufwies und so zu einer instabilen und damit auch undichten Vormau­erschale führte. Steine der Vormauerschale, die zur Verankerung mit dem Hintermauerwerk verbunden sein sollten, fanden in dem sandi­gen Mörtel nicht genügend Halt. Die Stand­sicherheit der Fassade war nicht mehr gewähr­leistet und das ursprüngliche Problem der Durchfeuchtung war auf einmal nur noch Nebensache!

Aber was sollte jetzt geschehen - die Fassade abreißen und neu aufmauern? Für die Denk­malpflege war das natürlich keine Option und so wurde nach anderen Lösungen gesucht. Der zielführende Vorschlag kam von dem Bremer­havener Architekturbüro, das bereits mit der Instandsetzung des Gebäudes beauftragt war: die Verklebung von Vormauerschale und Hin­termauerwerk mit einem speziellen Bauschaum. Da der Einsatz von Bauschaum bei einem