Denkmalpflege in Bremen Heft 2
Uwe Schwartz
Eingang finden. Das Bremer Landesamt für Denkmalpflege öffnet sein Internet-Portal
Denkmalpfleger sind mitverantwortlich für das historisch-kulturelle Gedächtnis, soweit es die vom Menschen geformte Umwelt betrifft. Sie verschaffen sich ein solides Grundwissen und einen Überblick über das kulturelle Erbe wie Kirchengebäude, Bürgerhäuser, Standbilder und Gartenanlagen oder auch industrielle Zeugnisse, Hafenspeicher oder Mühlenbauten, jeweils in ihrem Zuständigkeitsbereich.
Wissensmanagement im Landesamt für Denkmalpflege
Für die Denkmalpfleger stellt sich das Problem, bei einer beständig steigenden Zahl von eingetragenen Denkmalen - im Bundesland Bremen sind es derzeit etwa 1500 - jederzeit die wichtigsten Informationen über das einzelne Denkmal bereithalten zu können. Das Landesamt für Denkmalpflege verwendet zu diesem Zweck seit kurzem eine Datenbank. In ihr wird Denkmalwissen gespeichert und steht für Abfragen aller Art zur Verfügung. Mit Hilfe der Datenbank sollten die wichtigsten Fragen zum Denkmalbestand beantwortet werden können.
In der Denkmaldatenbank wird das Wissen über die Denkmale nach einem bestimmten Schema gesammelt. Zu den Standardfragen gehören jene nach der genauen Adresse und dem Stadtteil, in dem es sich befindet. Dazu gehören auch solche eher statistischer Natur, wie: Wann wurde das Denkmal in die Denkmalliste eingetragen? Was ist es für ein Gebäudetyp, ein Wohnhaus, ein Geschäftshaus oder ein Speicher? Dann aber auch Fragen, die sich nicht allein aus der Anschauung heraus entscheiden lassen, zum Beispiel die Frage nach der Entstehungszeit des Hauses, nach dem Architekten,
64
der das Gebäude entworfen hat, oder dem Bauherrn, dessen gesellschaftliche Stellung möglicherweise das Äußere des Hauses charakteristisch beeinflusst hat. Die wichtigste Frage, die der Denkmalpfleger beantworten muss, ist jedoch jene nach dem Grund der Unterschutzstellung des einzelnen Gebäudes oder der Gebäudegruppe. Was erhebt die zu Kulturdenkmalen erklärten Gebäude über die Masse der übrigen?
Grundsätzlich gilt hinsichtlich vieler Fragen: Sie sind in der Vergangenheit im Zuge der In- ventarisation der Bau- und Kunstdenkmale von den Denkmalpflegern - und in verschiedenen Publikationen von anderen Wissenschaftlern und Fachleuten - bereits beantwortet worden. Daraus sind Denkmalinventare und Denkmaltopographien entstanden, die den Denkmalbestand systematisch beschreiben, sowie Aufsätze in Zeitschriften, Jahrbüchern oder selbständigen Buchveröffentlichungen, die denkmalrelevante Einzelthemen behandeln. Zusammen mit den amtsinternen Ergebnissen denkmalpflege- rischer Arbeit in Form von Gutachten, Stellungnahmen oder einfachen Niederschriften ergibt sich in der Summe ein großes Wissenspotenzial. Die Herausforderung ist nun, alle Informationen möglichst vollständig aufzufinden, sie systematisch für die Datenbank zu erschließen und dadurch verfügbar zu machen. Das Landesamt für Denkmalpflege ist der Kulminationspunkt des Wissens über die Denkmale.
Die Denkmaldatenbank im Internet
Im Landesamt für Denkmalpflege herrscht die Auffassung, dass die Denkmaldatenbank der Öffentlichkeit zugänglich sein soll. Denn die Denkmalpflege bezieht ihre Legitimation aus