Heft 
(2005) Bd. 2. [Rathaus]
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Kirsch - Instandsetzung und Umnutzung des Speiehers

Bremen stellte den Speicher zur Verfugung, sicherte die Nutzung der westlichen Speicher­hälfte und übernahm die Kosten für die Asbest­entsorgung, die Firma Dr. Hübotter Wohnungs­bau erwarb das Grundstück, führte Instandset­zung und Umbau durch und gewährleistet als Eigentümer/Betreiber der östlichen Speicher- hälfte deren Unterhalt. Bremen profitierte, nicht nur durch die Erhaltung des spektakulären Industriedenkmals, sondern auch durch die im Vergleich zu einem Neubauprojekt erheblich billigere Hochschul-Umbaumaßnahme.

Die Teilung der Nutzung in zwei Hälften (Hochschule für Künste/Mischnutzung mit Kulturforum/Hafenmuseum, Gastronomie, Lager-, Verkaufs- und Büroflächen etc.) ließ sich zwanglos aus dem Umstand entwickeln, dass der heutige Speicher XI erst nach dem Krieg aus dem Zusammenwachsen der Speicher XI und XIII entstanden war. Mit der »Kulturforum Speicher XI GmbH« wurde eine Betriebsform geschaffen, die es erlaubt, mit den moderaten Mieten, die mehrere dort gebündelte Instituti­onen entrichten, den Betrieb eines neu gegrün­deten Hafenmuseums ohne Inanspruchnahme öffentlicher Gelder zu finanzieren; Bremen übernahm die Investitionskosten für die Ein­richtung des Hafenmuseums. Zu den Instituti­onen des Kulturforums zählen u.a. das neu ge­gründete »Bremer Zentrum für Baukultur«, die internationale Sprachschule »Casa«, das Infor­mationszentrum der Überseestadt GmbH zur zukünftigen Entwicklung der alten stadtbremi­schen Hafenreviere sowie die »Blaue Karawane«, eine kulturelle Einrichtung zur Integration mehrfach behinderter Menschen. Wichtiger Be­standteil des Kulturforums ist auch eine groß-

Speicher XI, Ostseite mit Gastronomieeinbau im Erdgeschoss und flächenbündigen Spezial­fenstern (Herbst 2004)

zügig eingerichtete Gastronomie. Der Speicher XI ist durch seine gelungene Umnutzung und seine vielfältigen kulturellen Akzente ein bele­bendes Element in den verwaisten Hafenrevie­ren. Er ist auch ein Hoffhungsträger als Pionier des Strukturwandels und als möglicher Vorreiter weiterer Projekte zur Umnutzung alter Hafen­funktionsbauten.