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Gegen die Herero 1904/1905 : Tagebuchaufzeichnungen / von Max Belwe
Entstehung
Seite
120
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Sechstes Kapitel.

Nach Windhuk zurück.

Langsamer Treck. Owingi. Erfolglose Jagd. Unsere Eingeborenen. Pflanzenwuchs. In Okasewa. Als Kranker im Eselwagen. In Secis. Aufnahme im Lazarett Windhuk. Auf der Schreibstube. Sehnsucht nach der Heimat. Kriegserlebnisse und -berichte.

Oktober. Wenn die Treckerei so weiter geht wie gestern und heute nacht, so sind wir Weihnachten noch nicht in Windhuk. Das Schlappwerden der Ochsen begann früher, ^^ als wir dachten. Als Ersatz für den einen fpannten Unr­einen Bullen ein, der, wie Sch. meinte, den Wagen ganz allein zöge. In dem Revier war unheimliches Pflaster. Die Klippen ließen den Wagen in allen Fugen krachen. Der Aufenthalt auf dem Wagen wurde dadurch keineswegs angenehmer gemacht. Auf meiner Vorder- kifte mußte ich mich hübeu und drüben krampfhaft festhalten. Die Abfahrt von Epnkiro hatte sich außerdem um eine Stunde verzögert, fo daß wir erst gegen 7°" Uhr den ersten Halt machten. Ich kochte mir am Feiler unserer Eingeborenen schnell etwas Coffy; zum gemein­schaftlichen Kaffeekochen waren die anderen Wagen zu fall!. Feld­webel O., Sergeant B., Unteroffizier Sch. und meine Wenigkeit aßen gemeinsam. Von Epnkiro hatte ich von einer zurückgelassenen Kiste einige Büchsen Leberwurft mitgenommen. Ohne jedes Fett war uns die Wurst zum Brote recht willkommen. Der zweite Treck, während­dessen ich meistens schlief, dauerte Wohl bis gegen Mitternacht. Ich war sehr froh, nicht zur Wache kommandiert zu fein, denn ich war tod­müde; außerdem hatte ich auch wieder Verdauungsstörungen. Draußen pfiff ein kalter Wind. Um 3°" Uhr früh wurde wieder eingespannt. Bei Hellem Sonnenschein wache ich auf und bin erstaunt, Sergeant G.'s Stimme draußen zu hören; feine Krankheit fei schlimmer ge­worden und er wäre von der ersten Staffel zurückgelassen worden. Gegen 8°o Uhr machten wir Halt, nachmittags Uhr soll es weiter­gehen.Die Herren Ochsen" aber fehlen noch; angeblich sollen sie