Teil eines Werkes 
Bd. 3 (1906)
Entstehung
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Malaria. .

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weiteren Entwicklung noch weiter im peripheren Blute verfolgen, zumal wenn es sich um schwere Fälle handelte.

Nach etwa 36 Stunden erscheint in solchen Fällen der Parasit als runde oder ovale, ziemlich scharf konturierte, kleine Scheibe mit einem Aussehen, das man am besten mit dem von hellem, mattem Glase vergleichen kann. Die amöboide Be­weglichkeit hat gänzlich aufgehört. Der Parasit nimmt etwa Vr Vs des Volumen des jetzt Neigung zu Schrumpfung zeigenden, roten Blutkörpers ein. Taf. XI Fig. 19,20.

Von den bellen bläschenförmigen Stellen, wo beim jungen Parasiten das Chromatin lag, ist im ungefärbten Präparat jede Spur verschwunden. Indeß dieses Verschwinden ist, wie auch beim Tertian- und Quartanschizonten, nur scheinbar. Es kommt jetzt vielmehr zu Teilung des Chromatins, wie wir es schon beim Tertianparasiten kennen gelernt haben, nur daß das Chromatin während der Teilung des Perniciosaschizonten etwas kompakter erschien. Taf. X Fig. 14, 15.

Die eigentliche, sehr schnell verlaufende Kernteilung beginnt aber erst, -wenn der Parasit bis zur halben oder drei viertel Größe des infizierten roten Blutkörpers herausgewachsen ist. Taf. X Fig. 16 u. Taf. XI Fig. 21. Im übrigen zeigt er im lebenden Präparat dasselbe Aussehen einer hellen matten Scheibe. Diese letzten Stadien der Entwicklung vollziehen sich sehr schnell. Die erwähnten größten Formen finden sich in Italien zmveilen noch dicht vor dem eigentlichen Fieberanfalle im peripheren Blute, ja zum Teil noch während des Schüttelfrostes.

Die infizierten roten Blutkörper erscheinen oft etwas dunkler als die normalen, die zuweilen wie altes Messing aussehen, worauf ebenfalls die Italiener schon aufmerksam machten. Nicht selten sieht man auch eine eigenartige Aufklüftung in dem von den Parasiten nicht eingenommenen Teil des roten Blutkörperchens derart, daß derselbe von senkrecht oder schief aufeinanderstehenden Linien gestützt wird. Es ist. als ob ein gelbes mattes Glasscheibchen einige Risse bekommt. Taf. XI Fig. 19, 21. Niemals wird ähnliches bei Tertian- und Q,uartanparasiten gesehen.

In dem homogenen Plasma des Parasiten treten vor der Teilung immer stärker lichtbrechende Stellen hervor, die künftigen Kerne. Die Zahl der Merozoiten kann 824 betragen. Durchschnittlich sind es 1216. Taf. XI Fig. 21 u. Taf. X Fig. 17.

Während der Bildung der jungen Merozoiten blaßt die Substanz des infizierten roten Blutkörpers ab, um schließlich zu zerfallen. Das central oder etw r as exzentrisch gelegene Pigment des Mutterparasiten, -welches klumpige Formen angenommen hat, zeigt braunschwarze bis schwärzliche Farbe.

Sieht man in diesem Stadium im lebenden Präparat neben dem größeren ruhenden Pigmentklumpen eine oder mehrere Pigmentkörnchen in Bewegung, so handelt es sich um Gameten. Auch die Größe der jungen Merozoiten erscheint, wie bei Tertiana und Quartana, nicht immer als die gleiche. Möglich, daß Merozoiten mit größerem ühromatin- korn die späteren Mikrogametocyten werden.

Tüpfelung- der roten Blutkörper bei Perniciosainfektion.

Wenn der Perniciosaschizont in die Substanz des roten Blutkörperchen einge­drungen ist, tritt eine eigenartige Veränderung in demselben auf, die der Tüpfelung bei Tertiana entspricht. Taf. X Fig. 1820. Ich habe dieselbe bereits 1900 im Blut von Togonegerkindern beobachtet und anfangs fälschlicherweise als ev. Bestätigung von Plehns karyochromatophilen Körpern demonstriert. Maurer zeigte aber 1902, daß diese Tüpfelung stets bei dem 1. bis 5. Grade seiner Färbung (s. diese) hervortritt. Dieselbe tritt nach Maurer in allen infizierten roten Blutkörpern auf, mit Ausnahme der von Perniciosagameten infizierten, und zwar nimmt die Zahl der Tüpfel