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Dr. Hans Ziemann.
.stoffen begabtes, dunkelblau (nach Romanowsky) sich färbendes Plasma, während die männlichen Gameten ein hyalines, sich kaum färbendes Plasma haben, vgl. Taf. IX Fig. 27—29 mit Fig. 22—25;
2. geringe Entwicklung des fast immer peripher gelegenen Kerns, indem nur relativ wenig, aufgelockertes Chromatin sich findet. Taf. IX Fig. 29, 47. Der ganze Kern aber, der schon im ungefärbten Präparat deutlich als lichtbrechende Blase abzugrenzen ist, kann größer erscheinen als der der Schizonten;
3. noch langsamere Entwicklung als die der männlichen Gameten. Die Makrogameten können unter Umständen auch Wochen und Monate nach einem Fieber sich im Blute finden;
4. besonders großes Volumen, indem sie bis zu 12 — 14 f , bei den Tertiana- parasiten heranwachsen können. Taf. IX Fig. 29. Bei Quartana waren die größeren Formen bisher nur 10—12 Taf. IX Fig. 47, bei Perniciosa in Italien ca. 7—10
in Westafrika ca. 7 a im Diameter;
5. das Pigment, das wie auch bei den Mikrogametocyten viel reichlicher und mehr stäbchenartig ist gegenüber dem der Schizonten, erscheint von dunkelbrauner Farbe. Die einzelnen Pigmentstäbchen können eine Länge von 1—3 n erreichen (letztere Größe scheinbar nur bei Tertiana):
6. die Beweglichkeit des Pigments erscheint geringer, wie bei den Mikrogametocyten.
Zu erwähnen ist noch, daß nach Schaudinn die Makrogameten in der Zeit ihres verhältnismäßig lebhaften Wachstums, 60—96 Stunden nach dem Eindringen in den roten Blutkörper, eine geringe amöboide Beweglichkeit zeigen. Ich habe dies unter dem Mikroskop bis jetzt nicht beobachten können, vgl. indeß frühere Mitteilung über Bewegungserscheinungen der Gameten (Halbmonde) bei Perniciosa. In diesem Zusammenhänge sei auch erwähnt, daß schon früher chromatin- und pigmenthaltige größere extraglobuläre Parasiten gesehen wurden, welche eventuell als Makrogameten aufzufassen sind und die infizierten roten Blutkörper aktiv verlassen haben. Es ist klar, daß, wenn Parasiten nur kurze Zeit sich in einem roten Blutkörper aufhalten, um ihn wieder zu verlassen, die Zerstörung von roten Blutkörpern nicht entfernt die hohen Grade erreichen kann, wie durch die Zerstörung der stets endoglobulär bleibenden Schizonten bei Neuerkrankungen. Hiermit könnte man ev. z. T. rein mechanisch den relativ geringen Grad bzw. den Mangel einer Anämie in manchen Fällen erklären, wenn es zu Rezidiven mit zahlreicher Gametenbildung kommt.
Schizogonie der Makrogameten.
Bereits Canalis und Golgi hatten die Halbmonde der römischen Sommerherbstfieber (die jetzigen Gameten) in Beziehung gebracht zu den Fiebern mit langen Zwischenräumen. Canalis beschrieb sogar mit Abbildungen eine Teilung der Halbmonde.
Sacharoff erwähnte auch schon eine Kernteilung der Halbmonde, die er als karyo- kinetisclie auffaßte. Daß die Halbmonde ev. in Beziehung standen zu den Rezidiven, wurde dann von mehreren Seiten betont, von Gkassi (la Malaria), Ziemann (D. med. Wocli. 1900). Lewkowicz und anderen.
Nach Lewkowicz sollte die Entwicklung der Gameten bis zum Eintritt der Segmentation, die er aber nicht selber beobachtete, 22 Tage betragen. Grassi sprach von ev. Parthenogenese der Gameten, eine Vermutung, die Schaudinn durch direkte Beobachtung bei Tertianmakrogameten stützen konnte.
Bezüglich Schizogonie der Makrogameten des Tertianparasiten vgl. den Abschnitt über allgemeine Morphologie und Biologie der Malariaparasiten und den betreffenden Abschnitt bei Lühe.
Ich glaube auch an einem Präparat mit Quartanaparasiten bei einem Togoneger die Befunde Schaudinn’s durchaus bestätigen zu können. Da indeß gerade die Schizonten der Quartana sich relativ weniger deutlich von den Makrogameten der Quartana unterscheiden,