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Haupteinfuhrgüter sind Nahrungsmittel und Fleisch, Garne und Gewebe, Metalle und Metallwaren, Tabak, Getränke, Kohlen usw.
Schiffsverkehr: 245 Dampfer und 104 Segler liefen 1908 die Häfen Herbertshöhe, Simpsonhafen, Käwieng, Namatanai und Kieta (Bougainville) des Bismarck- Archipels an mit rund 243000 Keg. Tons; Friedrich-Wilhelms-Hafen in Kaiser-Willi elms- Land besuchten 71 Dampfer mit 84000 Reg. Tons. (Zahlen für 1909 fehlen.) Ueber- fahrtspreis: Norddeutscher Lloyd: Genua oder Neapel—Herbertshöhe I. 1560 M., II. 1066 M., III. über Hongkong 740 M., über Sydney 420 M.
Post und Telegraphie: Ende 1910: 8 Anstalten, darunter 2 mit Telegraphenbetrieb und OrtsfernBprecheinrichtungen,81km Landtelegraphenlinien. Verkehr 1909:238S00 Briefsendungen, 8214 Postanweisungen mit 1499325 M., 4447 Pakete, 81620 Zeitungen, 1057 Telegramme. Postverbindungen über Hongkong bezw. Sydney alle 4 Wochen; über Singa- pore alle 8 Wochen. Beförderungsdauer Berlin—Simpsonhafen (Rabaul) 44—48 Tage. Nach den Karolinen zweimal alle 16 Wochen, außerdem nur nach Jap über Hongkong bezw. Sydney alle 4 Wochen. Beförderungsdauer Berlin—Jap 88—60 Tage. Telegramme für Jap direkt, für Ponape und Saipan telegraphisch nach Jap oder Sydney, von da weiter mit der Post; Aufschrift nach folgendem Beispiel: „Poste N. N., Saipan, Jap.“ Telegrammgebühr für das Wort nach Jap 6,06, nach Sydney 3,10 M. — Das letzte gilt auch für die Marshallinseln mit ihren zwei Postanstalten. Postvorbindungen Berlin— Jaluit zweimal alle 16 Wochen in 50 bis 62 Tagen. Telegramme: telegraphisch nach Jap oder Sydney, von da weiter mit der Post. Aufschrift nach folgendem Beispiel: Poste N. N., Herbertshöhe, Jap.“ Telegrammgebühr für das Wort nach Jap 6,05 M., nach Sydney 3,10 M.
Die letzten beiden Absätze gelten auch für Kaiser-Willi elms- Land, der letzte auch für Karolinen, Marianen und z. T. Marshallinseln.
Verwaltung: Sitz des Kaiserlichen Gouverneurs und Bezirksamt: Rabaul am Simpsonhafen (früher Herbertshöhe), Stationen: Käwieng, Namatanai, Kieta, Herbertshöhe. (Gouverneur zurzeit Dr. Hahl.) Andere Hauptplätze: Matupi, Ralum und Muliama. Farbige Polizeitruppe für ganz Neuguinea 282 Mann.
1). Kaiser-Wilhelmsland.
Größe: Ungefähr 179000 qkm (= Va Preussen). Auf der großen, zum Teil noch England (Australien) und Holland gehörigen Insel Neu-Guinea.
Bevölkerung: Wird veranschlagt auf 100000 Einwohner (Melanesier oder
Papua) mit zahlreichen, voneinander abweichenden, aber verwandten Mundarten. Außerdem einige hundert sonstige Farbige (Chinesen, Malayen usw.). 1904: 113 Europäer, darunter 98 Deutsche, 1905: 128 Europäer, darunter 115 Deutsche, 1906: 149 Weiße, darunter 130 Deutsche, 1907: 182 Weiße, davon 162 Deutsche und 38 Frauen, 1908: unverändert, 41 Frauen, 1909: 197 Weiße, darunter 185 Deutsche und 48 Fraqen. 1910: 226 Weiße.
Bodengestalt und Bewässerung: An der 800 km langen Küste zahlreiche Korallenriffe, kleinere Inseln und Einbuchtungen. Von letzteren sind die bedeutendsten der Huongolf und die Astrolabebai. Im Norden des Schutzgebietes der Kaiserin- Augusta-Fluß, für größere Fahrzeuge schiffbar, mit günstiger, nicht durch Riffe versperrter Mündung. In die Astrolabebai mündet der Gogolfluß, in den Huongolf der Markhamfluß. Der größte Strom ist wohl der Ramu, früher in seinem Unterlaufe Ottilienfluß genannt, auf ca. 200 km schiffbar. An der Südgrenze Waria oder Herkulesfluß, Das Innere ist noch wenig erforscht. Zwischen Huongolf und Astrolabebai das Finisterregebirge (3475 m), dem ein rund 1000 m hohes Küstengebirge vorgelagert ist. Im Innern die noch unbekannte Kraetkekette und weiter nördlich die Bismarckkette. Nach neuerlicher Erkundung zwischen Bismarck- und Finisterre-Gebirge eine fruchtbare, dicht bevölkerte Ebene.
Klima: Ausgeprägtes Tropenklima. An der Küste höchste Temperatur im Schatten 35 o C., niedrigste 20 o C., mittlere Jahrestemperatur 26 o 0. Vom April bis September Südostpassat, vom Oktober bis März Nordwestmonsun. Scharfer Unterschied zwischen Regen- und Trockenzeit in den meisten Jahren nicht vorhanden. Die Hauptregenzeit hängt davon ab, ob das betr. Gebiet mehr dem Passat- oder dem Monsunwinde ausgesetzt ist. Daher tritt die Regenzeit auch bei ganz nahe zueinander gelegenen Plätzen sehr verschieden ein.
Pflanzenwelt, Tierwelt und Mineralien: siehe Bismarck-Archipel.
Handel und Verkehr: Ausgeführt werden hauptsächlich Kopra, Trepang und
Perlmutter; neuerlich Kautschuk, Sisalhanf und Kakao. Werte der Ein- und Ausfuhr siehe Tabellen auf Seite 7 ft.
Schiffsverkehr und Post und Telegraphie: siehe Bismarck-Archipel.
Verwaltung: Friedrich-Wilhelmshafen. Station im Nordwesten Eitape und am Adolf-Hafen. Postanstalten noch in Finsohhafen und Stephansort.
c. Die Karolinen, Palau-Inseln und Marianen sowie die Marshall-Inseln.
Größe: Die früher in spanischem Besitz gewesenen Inselgruppen sind im
Juni 1899 durch Kauf in den Besitz des Deutschen Reiches übergegangen. Die Karolinen haben einen Flächeninhalt von 1600 qkm (davon die Palau-Inseln 450 qkm). Die Marianen haben einen Flächeninhalt von 626 qkm. Die Zahl aller dieser Inseln beträgt 800. Die hauptsächlichsten Inseln der Karolinen sind: Kusaie, Ponape, Truk und Jap. Die wichtigste Insel der Palaus ist Baobeltaob. Die hauptsächlichsten Marianen-Inseln sind: Saipan und Tinian. — Die MarshaH-Inseln, bestehend aus der Ratakgruppe im Osten und der Rälikgruppe im Westen, insgesamt 353 Eilande, sind mit ungefähr 400 qkm Oberfläche etwas größer als das Fürstentum Schaumburg-Lippe.
Bevölkerung: Ostkarolinen 25000 Eingeborene, 1904:89 Weiße, davon32 Deutsche, 1905 : 92 Europäer, darunter 37Deutsche, 1906 : 77 Weiße, darunter 38 Deutsche, 1907 : 68 Weiße, davon 37 Deutsche und 18 Frauen, 1908 : 71 Weiße, darunter 44 Deutsche und 17 Frauen, 1909 : 78Weiße, darunter 55 Deutsche und 16 Frauen, 1910: 80 Weiße. Westkarolinen 1905: 13264 Eingeborene (davon die Palau-Inseln 3748), 1904: 36 Weiße, davon 11 Deutsche, 1905 : 47 Europäer, darunter 16 Deutsche, 1906 : 73 Weiße, darunter 36 Deutsche, 1907: 69 Weiße, darunter 46 Deutsche und 11 Frauen; 1910: 111 Weiße. Marianen 1906 : 2508 Eingeborene, 1904:13Weiße,davon7Deutsche, 1905:22Europäer, davon 16Deutsche, 1906: 23