Einige Vorermnerungen
(MZan erinnere sich, daß um die Wende dieses Jahres die deutschen kolonialpolitischen Kreise von den sog. Konzessionsskandalen erfüllt waren, daß die öffentliche Meinung weithin erregt war durch die s.Z. (Juli 1899 in dem „Deutschen Wochenblatt", der „Täglichen Rundschau", „Weltmarkt") von mir selbst angeregte scharfe Kritik des deutschen Konzessionierungssystems. Jener erste Konzessionsstnrm war verhältnismäßig gelinde, er ruhte dann sechs Monate lang, um dann plötzlich mit erneuter Wucht einzusetzen. Der zweite Sturm fand eilt anderes Feld und ein neues Ziel vor. Er hatte jetzt den Hintergrund des südafrikanischen Krieges, der den Englandhaß auch bei uns die heftigsten Formen annehmen ließ. Man behauptete, daß die Konzessionen lediglich englischen Kapitalisten, insonderheit Cecil Rhodes zu gute kämen. Auf diesem Hintergrund baute sich die Popularität des Dr. Siegfried Pasfarge auf. Was mich anlangt, so habe ich es damals für meine patriotische Pflicht gehalten, Wasser in den Kapwein zu gießen, weil die 'englandfeindliche Erregung die Politik des Reiches in Gefahren zu stürzen drohte. Das wurde mir natürlich als Verrat ausgelegt. Andererseits erkannte ich sehr bald, daß jenes „Scharlachsieber" ganz unerfreuliche Begleiterscheinungen hatte und auf unlautere Elemente hindeutete, die im Trüben zu fischen meinten. Das war einerseits das Eingreifen des Hauptmachers der deutschen Kolonial- gesellschaft für Deutsch-Südwestafrika. Staatsministers a. D. Excellenz v. Hofmann, dessen „patriotische" Gesinnung im Fall Scharlach ich als Geschäftskniff ja auch nachgewiesen habe. Zweitens mischten sich in die Stimmen, die das „Fort mit Buchka" riefen, solche, die das „Hurra, Liebert" ertönen ließen. Es war dieselbe Presse, die nachweisbar von Generalmajor v. Liebert inspiriert wird. Gleichzeitig prangte damals in dem Schaufenster eines bekannten Photographen in der Leipziger Straße, der die populär werden wollenden Münnlein auszustellen pflegt, ein großes farbiges Porträt