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Falsche Propheten : Gouverneur v. Liebert und seine Presse ; eine Kulturbetrachtung aus Deutschlands erster kolonialer Epoche / von Hans Wagner
Entstehung
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Einleitung.

die besten Theoretiker in der Praxis oft garnichts zu leisten vermögen, ist eine alte menschliche Erfahrung. Das die die 8a1tL hat schon manchen Phraseur

erbleichen lassen. In der deutschen Kolonialpolitik ist es nicht anders, nur daß hier die meisten ungestraft im stolzen Phrasen- schwall sich blühen dürfen, da doch nicht jeder zu dem Zweck, sich in der Praxis zu blamieren, in die Kolonien geschickt werden kann. Zuweilen aber gelingt es, diesen: oder jenen: die Pfauenfedern zu entreißen. Mit vollen Segeln gehts in die Kolonien, den Kahn mit phantastischen Plänen schwer beladen, aber still auf leckem Boot kehrt der Gewogene und zu leicht Befundene in die Heimat zurück.

Wenn Generalmajor v. Liebert in einer Stunde der Einkehr vor sich selbst das Fazit zieht, was er geleistet, dann dürfte ihn ein katzenjämmerliches Gefühl beschleichen, und es hat ihn auch wobt schon beschlichen. Ernste Männer, die den Generalmajor v. Liebert seit langen Jahren kennen, haben von jeher gewarnt, auf ihn große Hoffnungen zu setzen, ihn als etwas anderes zu betrachten, als einen liebenswürdigen Mann mit allerhand gesellschaftlichen Talenten und der Fähigkeit, über irgend ein Thema einige sonore Worte zu sagen. Diese Anschauung hatte z. B. von Herrn Generalmajor v. Liebert auch sein jetziger Hauptgönner in der Presse, Dr. Friedrich Lange, der Herausgeber derDeutsche:: Zeitung". Und Herr v. Liebert hat nichts gethan, um ein günstigeres Urteil auf Grund von Thaten über sich herbeizuführen. Im Gegenteil, es ist in wahrheitsliebenden Kolonialkreisen schon seit langer Zeit bekannt und bedauert, daß Herr v. Liebert vollkommen Fiasko gemacht hat. Um so seltsamer ist der Gegensatz zwischen den: wirklichen Werte seiner Thätigkeit und den: Ruf, den er genießt. Gerade die Ursache dieses schreienden Widerspruchs zwingt mich, an Herrn v. Liebert eine energische Kritik zu üben. Ich Hütte es ihm gern gegönnt, vor sich

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