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Falsche Propheten : Gouverneur v. Liebert und seine Presse ; eine Kulturbetrachtung aus Deutschlands erster kolonialer Epoche / von Hans Wagner
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Die Liebertpreflr.

Angesichts der in kolonialen Kreisen längst bekannten That­sache, daß Generalmajor v. Liebert sich in keiner Richtung bewährt hat, daß unter seiner Aegide die Bevölkerung zum Aufruhr ge­drängt, die wirtschaftliche Lage dem Bankerott zugeführt, die Kosteu der Verwaltung und ihre Aufwendungen sich erhöht haben, war es die höchste Zeit, daß Generalmajor v. Liebert ein anderes Feld seiner Wirksamkeit erhielt oder, wie er sich demLokalanzeiger" gegenüber in seinem großen Tone äußerte,das Vaterland ihn an eine andere Stätte riefe". Ich glaube, daß ich nur meine Pflicht als verantwortlicher Herausgeber einer unabhängigen Zeit­schrift nachgekommen bin, als ich die Wahrheit aufzudecken unter­nahin. Hütte man da nicht erwarten sollen, daß die Presse, die für kolonialen Fortschritt einzutreten verspricht, mich aufs energischste in meinem Streben unterstützen würde? Das Gegenteil geschah. Man fiel mit einer Flut von Beschimpfungen über mich her, deren schwerste die war, daß ich ein gefügiges Werkzeug des Rechts­anwalts Dr. Scharlach sei. Niemand wird ja über diese perfide Verleumdung mehr erstaunt gewesen sein, als Dr. Scharlach selbst, der mich augenscheinlich für seinen ärgsten Gegner hält. Aber die ganze Art, wie gegen mich verfahren wurde, ist ja eben das Merk­mal für eine gewisse, sich national nennende Presse. Sie will ihre Macht zeigen, und da meine Feder anfing ihr gefährlich zu werden, so nahm sie die Waffen der Verleumdung, um sich zu retten. Ich könnte hier, wenn meine Sache nicht zu gut wäre, Persönliches über meine Gegner vorbringen, indem ich aus deren Leben einige Stücke zum Besten gäbe. Es würde sich da zeigen, daß einige gerichtsnotorisch unterschlagen und betrogen, andere gerichtsnotorisch gelogen haben, und Herrn Or. Friedrich Lange von derDeutschen Zeitung" könnte ich nachweisen, daß er ganz nette, aber anfechtbare Geldgeschäfte aus seiner kolonialen Gesinnung und seinem nationalen Eifer zu machen verstanden hat, wie er ja