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Kolonialpolitik und Kriegsziele / von Rudolf von Schutzbar-Milchling
Entstehung
Seite
63
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V.

Deutschlands weltwirtschaftliche Ziele.

Unsere Aeinde.

DeutschlandsweltwirtschaftlicheZiele müssen sich darauf richten, freie Bahn zu schaffen für unsern Verkehr in Handel und Wandel, welcher bei der starken Bevölkerungsznnahme des Mutterlandes auf eine Betätigung über die Landesgrenzen hinaus und über See angewiesen ist. Dazu brauchen wir die Freiheit der Meere und der Weltverkehrs st raßen, dazu brauchen wir große und starke Kolonialgebiete, und dazu brauchen wir gesicherte Stützpunkte auf den Wegen nach. unseren Kolonien.

Daß unsere politische und 'wirtschaftliche Lage, wie sie vor dem Weltkrieg bestanden hat, daß der stutus yno nute zur Befriedigung dieser Ziele ungenügend gewesen ist, hat der Verlauf der Dinge in diesem Kriege, haben insbesondere die Erfahrungen bewiesen, die wir mit unseren Kolonien machen mußten: unser Kolonialbesitz ist uns zum allergrößten Teil verloren gegangen, viele unserer Auslandskreuzer ^sind vernichtet, sie ruhen mit ihren tap­feren Besatzungen auf dem Grunde der See. Wenn wir also leben, wenn wir atmen wollen, wenn wir vor künftigen Ueber- fällen gesichert sein wollen, dann müssen wir unsere Kriegsziele so fassen, daß der Friede uns bessere und gesichertere Lebensbedingungen bringt, und daß unsere koloniale Entwickelung in Zukunft auf aussichtsreicherer, gesunderer Grundlage in neuen und gedeihlicheren Bahnen vorwärts schreiten kann. Dazu gehört die Ausdehnung und Sicherung unserer Reichs g renzen, die Begründung eines zusammenhängenden.