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Kolonialpolitik und Kriegsziele / von Rudolf von Schutzbar-Milchling
Entstehung
Seite
5
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Koloniakpolitik und Kriegsziele.

Wie tauge noch?

Wie lange wird der Krieg noch dauern? Das ist die bange Frage, die Heute Jeder aus seinen persönlichen Nöten und Be­drängnissen heraus M die Zukunft stellt. Und was wird mit uns werden, wie wird Deutschlands Schicksal sich nach dem Kriege gestalten und Entwickeln? Das ist die Lebensfrage des deutschen Volkes, und, jeder vaterländisch gesinnte Deutsche ist im vierten Kriegsjahre dazu berechtigt, die Frage zu tun, und verpflichtet, eine Antwort darauf zu suchen und an ihrer Lösung mitzuarbeiten.

Nun: Durchhalten bis zum Endsieg und bis zu einem ehrenvollen Frieden ist die deutsche Parole ge­worden, der Niemand mehr widerspricht, welcher ernst genommen sein will. Denn freilich wäre es auch für Deutschland leicht, diesen Weltkrieg zu irgend einem Zeitpunkt durch einen Friedens­schluß abzubrechen aber was dann, wenn mit einem solchen Abbruch der Zündstoff zu künftigen Bränden nicht aus der Welt geschafft sein würde? Wenn ein solcher Abbruch Deutschland in Lebensbedingungen hineinzwingen würde, die zu seinem Nieder­gang, ja Au seinem Untergang führen müßten? Ein ehrenvoller Friede darf solche Folgen nicht haben. Und um Wesen und In­halt eines ehrenvollen Friedens wogt nun der Kampf der Red^ und Gegenrede.Kriegsziele",Friedensgedanken" und Aehnliches sind die Namen zahlloser Broschüren und Schriften des heutigen Büchermarktes, das Thema immer neuer Aufsätze in Zeitungen und Zeitschriften, das Losungswort von Hunderten von Versamm­lungen und, Kundgebungen.

Das Wätsel der Sphinx.

Diese Bestrebungen find verständlich, ja sie sind sogar not­wendig. Denn es handelt sich bei dem Streit um die Kriegsziele gar nicht darum, das Rätsel der Sphinx zu lösen, sondern darum.

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