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Kolonialpolitik und Kriegsziele / von Rudolf von Schutzbar-Milchling
Entstehung
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Aorrvort.

Heute, wo das gesamte deutsche Volk für seines Vaterlandes Freiheit die allerschwersten Opfer bringen muß, ist es jedes Deutschen Ehrenpflicht, nach besten Kräften daran mitzuarbeiten, in diesem Weltkrieg den Endsieg und einen starken Frieden zu erringen. Bei der Abwägung der deutschen Kriegsziele stehen wir vor Entschlüssen, die, über unsere Zukunft und die Lebens­bedingungen unserer Nachwelt entscheiden. Ich habe versucht, einen Teil dieser Kriegsziele von meinem Standpunkt aus zu beleuchten, und zwar habe ich hauptsächlich unser Streben nach außereuro­päischem Besitz und die Gesichtspunkte erörtert, unter denen künftig unsere koloniale Entwickelung Aussicht auf Erfolg haben könnte. Ich bin überzeugt, daß die in. Nachfolgendem entworfenen Pläne der Erwägung wert und durchführbar sind.

Zu Hilfe kamen mir besonders neben theoretischen Studien umfangreiche, in der Praxis gemachte Erfahrungen. Im Jahre 1906, kurz nach der Algeciras-Konferenz, begann. ich auf Ane Heimgeben des deutschen Gesandten in Marokko, Ministers Dr. Rosen, mit dem Erwerb Tanger naheliegender Ländereien. Es geschah dies in der Absicht, vaterländische Interessen fördern zu helfen. Um für die Bewirtschaftung dieser Ländereien Anord­nungen zu ^treffen, reiste ich alljährlich im Frühling und im Herbst für Mehrere Wochen dorthin. Mein der französischen und der spanischen Zone, sowie dem englischen Gibraltar nahe liegender Besitz gab mir Gelegenheit zu Beobachtungen auf politischem Ge­biet, deren Verwertung im deutschen Interesse mir nunmehr als vaterländische Pflicht erscheint. Ich darf hinzufügen, daß der ver-