IV.
Marokko.
I>ie Marokkanische Arage.
Wenn, wie wir hoffen, Deutschland bald mit entscheidenden Schlägen die Kämpfe im nordwestlichen Europa zu unseren Gunsten ihrem Ende entgegenführen wird, muß sich der Schwerpunkt des Weltkrieges in seinem neuen Abschnitt nach dem Orient verschieben. Hierbei wird es sich noch mehr als jetzt darum handeln, die mit Gottes Segen errungenen deutschen Waffenerfolge für unsere koloniale Zukunft zu verwerten und auszunutzen. Unter den Zielen dieses neuen Feldzuges muß auch die marokkanische Frage wieder zur Sprache kommen. Ist doch in dem Verlauf der marokkanischen Angelegenheit vor dem Kriege unzweifelhaft einer der Herde des Weltbrandes zu suchen.
Als wir 1871, vor 46 Jahren, nach Frankreichs Niederwerfung, Elsaß-Lothringen dem deutschen Reiche zurückgewonnen hatten, da hoffte unser großer Bismarck — und unter den damals ganz anders gearteten Verhältnissen wohl nicht ohne Wahrscheinlichkeit —, daß Frankreich durch eine Ablenkung nach dem afrikanischen Norden und durch die Aussicht, dort leicht zu kolonialem Erwerb zu kommen, den Verlust von Elsaß-Lothringen schneller verschmerzen und den Revanchegedanken vergessen würde. Wir ließen also Frankreich in Marokko gewähren, obwohl dort schon damals deutsche kaufmännische Interessen bestanden.
Die Hoffnung hat sich leider als trügerisch erwiesen, weil sie den ehrgeizigen, ruhmgierigen und rachsüchtigen Charakter des französischen Volkes nicht richtig einschätzte. Die kolonialen