II.
Deutschlands Ziele im Orient.
Der Zug nach dem Hsten.
Bei der Schachpartie im Orient, im türkischen Orient sowohl als im fernen Osten, ist !es vor allem nötig, daß Deutschland die Absichten der beteiligten Mächte klar erkennt, um danach seine eigenen Maßnahmen zu treffen. Auf Kosten der Türkei möchten sich hauptsächlich England, Rußland und Frankreich bereichern, während auf Kosten Chinas Rußland, England und Japan unter dem Deckmantel der Wahrung gegenseitiger Interessen Heimtückisch einer dem andern nach Möglichkeit Abbruch tun.
Um hier zunächst von der türkischen Frage zu sprechen, so liegt Englands politisches Ziel uns deutlich vor Augen. Von Aegypten über Mesopotamien und Bagdad will es sich zum Persischen Golf ausdehnen. Die verlorene Schlacht von Kte- siphon und die Niederlage bei Kut >el Amara am Tigris, bei der eine von Indien gekommene, 14000 Mann starke englische Abteilung in türkische Gefangenschaft geriet, haben seine Pläne nur aufhalten, nicht vereiteln können. Wieviel für England hier auf dem Spiele steht, beweist die Zähigkeit und Tatkraft, Mit welcher es auf seinem Vorhaben beharrt und mit welcher es dieses leider durch die Besetzung Bagdads zu einem vorläufigen Abschluß führte. Bekannt ist ferner, daß England seit Jahr und Tag daran arbeitete, sich neben Frankreich in Syrien und Palästina wirtschaftlich festzusetzen.
Rußland bedeutet noch heute, wie wir bereits in den Schulen gelernt haben, den großen Oelfleck auf der Landkarte, der immer noch größer werden will. Seil Peter dem Großen strebt es danach, an den Meeren Fuß zu fassen und