286 3. Kapitel. Die brandenburgisch-afrikanische Kompagnie.
sekretär Viscount Bolingbroke erwiderte jedoch dem Residenten Bvnet, daß nach seinen Informationen die Sache sich ganz anders verhielte und daß vielmehr die preußische Kompagnie zur Entschädigung verpflichtet wäre. Aus welcher Seite das Recht sei, wollte er nicht erst prüfen. Er erklärte kurzweg, daß die Königin an die Befehlshaber in Guinea eine Order zur Einstellung der Feindseligkeiten nicht geben würde; sie verstünden schon, mit den aufständischen Negern fertig zu werden. Auf die Frage, „ob die Engländer S. Mas. zu bekriegen beabsichtigten," antwortete Bolingbroke: „Nou, umi8 nous oxtsruünorons ou roäuiroiw 668 uiutüm." Bonet fügt in seinem Berichte^ hinzu, daß lediglich Handelseifersucht die Engländer das Recht außer Augen setzen lasse; die Quelle derselben sei in einem mit Spanien abgeschlossenen Sklaven- lieferungsvertrage zu suchen, welcher letzteres für die ungeheueren Kriegskosten entschädigen sollte. .Friedrich I. befahl hieraus dem Residenten, energisch für die preußischen Mohren einzutreten; er sollte „begehren, daß man dieUunoto, irr welchen man vermeinet über die unter Unserm Schutz stehende Mohren sich mit Fug beschweren zu können, ausliefern wolle, woraus man leicht wird antworten und klar darthun können, daß das ll'ort in dieser Sache nicht an Unserer, sondern an der englischen Seite sei." Das war das letzte Reskript'o« Friedrichs I. in Kolonial- angelegenheiten.
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Unter Friedrich Wilhelm I.
Preußens zweiter König sah „das afrikanische Kommerzienwesen als eine Chimäre an."^ Diese Auffassung ist von unserem heutigen Standpunkte aus zu beklagen, denn sie hatte zur Folge, daß Preußen alsbald aus der Reihe der kolonisierenden Nationen ausschied. Damit
-dö Bonei an den König, ä. ä. Uonärss, 23 Mivisr/5 ksvrisr 1713. L. 65. 34. -oL ä. ä. Köln, den 21. Februar 1713, abgedr. Urk. Th. II, Nr. 175. Bei dieser Gelegenheit will ich noch bemerken, daß das große Interesse, welches Friedrich I. zweifellos an der Durchführung des Werkes seines Vaters gehabt hat, auch darin eine Bestätigung findet, daß er sich von Bonet einen — bisher leider nicht publizierten, sehr interessanten — Bericht über die Handelsverhältnisse Englands hat erstatten lassen. Derselbe ist überschrieben: „Usmargnss sur Iss tsrrss, Iss rnanulaeturss, 1s eonirnsres st In Navigation äs 1a Oranäs-Lrstagns. Os llonäiss es msrorsäi 5./16. Ose. 1711. I)n Hssiäsnt Honst." k. XI. 75. eonv. 43. England, i S. Urk. Th. II, Nr. 188.