Teil eines Werkes 
Bd. 1 (1889)
Entstehung
Seite
8
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1. Kapitel.

Vie Gen KMMM des Großen Kurfiirßeo.

8- i.

Plan einer kurbran-enburgisch-ostindischen Kompagnie.

1647 1652 .

Bei seinem Regierungsantritt hat der Große Kurfürst, wie er später selbst einmal sagte, keine Freunde gefunden, sondern nur Feinde, und keine Mittel gegen diese; alle seine Aemter und Gefülle sind ver­setzt, die Kurlande von Freunden sowohl, wie von Feinden verwüstet, die Festungen von dem Nothdürstigsten entblößt und gleichsam in feind­licher Haltung gewesen. ^ Sein erstes Werk war daher, seinem Lande, das überdies durch die Schwartzenbergische Politik in eine völlig schiefe Lage gebracht war, den Frieden zu schaffen. Nachdem ihm dies noch lange vor dem allgemeinen Friedensschlüsse gelungen war und er damit eine der kühnsten Thaten seines Regierungsanfangs vollbracht hattet eilte er seine ausgesogenen und menschenleer gewordenen Provinzen wieder emporzubringen. Über den Weg, aus welchem dies zu geschehen hatte, war er sich nicht einen Augenblick im Unklaren.Der gewisseste Reichthumb und das Aufnehmen eines Landes komnten aus dem Oomnisreium her."Seefahrt und Handlung sind die fürnehmsten Säulen eines ^8tat,8, wodurch die Unterthanen beides zu Wasser, als auch durch die Manusacturen zu Lande ihre Nahrung und Unterhalt erlangen." Diese eigenen Worte des Großen Kurfürsten aus späteren Jahren ^ bilden gewissermaßen

* S. von Ranke, Genesis, S. 224. Vgl. auch Broäorie 1o 6rsn<l, LIvinoiro8 <lo LranäodonrA, Berlin 1846, 1. 1 p. 112.

^ So: Erdmannsdörffer, Der Große Kurfürst, S. 18.

" a. Instruktion für den Geheimrath Paul Fuchs wegen des Beitritts von Kurköln zur Afrikanischen Kompagnie, vorn 18./28. Januar 1684. Box. XI. Lnrlcöln. Zb vol. I; Dropsen, Geschichte der preußischen Politik: Der Staat des Großen Kurfürsten, III. Abth. 3, S. 777, datiert sie unrichtig vom 18. Juni 1684. d. Marinekassenedikt vom 1. Januar 1686.