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Das deutsche Kaiserreich Mittelafrika als Grundlage einer neuen deutschen Weltpolitik / von Emil Zimmermann
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sehen wir eine erdrückende Fülle von Existenzmöglichkeiten in .Wittelafrika. Es wird eine Kleinigkeit sein, dort in wenigen Jahren auch hunderttausend Weise unterbringen.

VI. Mittelalrika als Faktor im Wirtschaftskampf.

Wie wir nachgewiesen haben, ist die Unterbringung von mindestens 50000 Weißen in Mittelafrika in ganz kurzer Zeit möglich. Davon sollen 40000 Menschen sein, die mit Kapital ins Land kommen. Nehmen wir nur ein Durchschnittsvermögen von 25000 Mark auf den Kopf dieser Einwanderer an, so ergibt das einen Kapitalzufluß von einer runden Milliarde. Dazu werden Großunternehmer kommen, Gesellschaften aus fremden Gebieten; die Regierungsfonds werden neu aufgefüllt werden. Es wird sich in Mittelafrika sofort ein sehr starkes wirtschaftliches Leben ent­wickeln. Und die Erwartung ist berechtigt, daß ein Kapitalzufluß von 1 '/ 4 1 l / a Milliarden Mark an Privat- und staatlichem Kapital sofort mindestens den gleichen Betrag an Gesellschaftskapital aus der Heimat und aus neutralen Ländern nach sich ziehen wird.

Nach amtlicher Berechnung arbeiteten 1913 in unseren afri­kanischen Kolonien rund 350 Millionen Mark Gesellschaftskapital und etwa 80 Millionen Privatkapital. Das Resultat war ein Außen­handel dieser Kolonien von 286 Millionen Mark im selben Jahre, 142 Millionen Mark in der Einfuhr und 144,14 Millionen in der Ausfuhr. Wenn in Mittelafrika statt jener 430 Millionen Mark Kapital 3 Milliarden arbeiten werden, wird dann nicht die Aus­fuhr. zumal alle Vorbedingungen vorhanden sind, schnell auf das Siebenfache von 144,14 Millionen Mark steigen und dement­sprechend die Einfuhr?

Mittelafrika mit 40000 kapitalkräftigen Organisatoren der Negerarbeit, 10000 Kleinsiedlern und dazu 6000 Beamten und Offizieren und Unteroffizieren für die schwarze Kolonialarmee ist ein Wirtschaftskörper, an dem niemand mehr vorübergehen kann.

Mittelafrika, Südamerika und Mexiko würden unsere Industrie vom englischen Kautschukgebict in Südostasien völlig unabhängig machen. Wir würden den Kautschuk zu einem solchen Preise übernehmen, daß jene Produktionsgebiete sich gegenüber dem Wettbewerb der Malaienstaaten halten könnten; dafür hätten sie unsere Kautschukindustrie zu begünstigen.

Oelfrüchte brauchten wir vor dem Kriege für rund 600 Millionen Mark jährlich. Da uns Britisch Westafrika (in der Hauptsache Nigeria) 1913 allein für 90 3 / 4 Millionen Mark Palm­kerne lieferte und für 8 1 2 .Millionen Mark Palmöl, muß das viel