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in unserem tropischen Landwirtschaftsbedarf schafft uns die Ruhe der Arbeit wieder, erlöst uns vom Hasten und Jagen und macht den Deutschen wieder zum glücklichen Menschen.
IV. Die überseeische Grundlage deutscher Weltmacht.
Die Hauptbedenken derer, welche sich mit dem Gedanken eines großen mittelafrikanischen Kolonialreiches nur schwer auszusöhnen vermögen, richten sich gegen die Kongogebiete, und es ist besonders die dort weit verbreitete Schlafkrankheit, welche als so schwere Hypothek aufgefaßt wird, daß sie den Wert der Kolonie ungemein stark herabsetzt.
In den „Rapports sur l’Administration du Congo beige“ wird wieder und wieder die starke Verbreitung der Schlafkrankheit in manchen Distrikten beklagt. Im Bericht auf das Jahr 1908 ist angegeben, daß die Schlafkrankheit in der östlichen Provinz (am Tanganjikasee) sehr schwer wüte, daß sie verbreitet wäre in Mongalla, im Bassin des Leopold II.-Sees, am Lukenie, in Nieder- Kongo, im östlichen Kwango, berichtet wird ihr starkes Auftreten an den Ufern der Flüsse Kongo, Itimbiri, Lulonga, Ubangi; in Katanga an den Flüssen Lualaba, Lufira, am Kisale-See. In Ober- Katanga gab es keine Schlafkrankheit.
Der Bericht auf das Jahr 1911 stellt fest, daß in Nieder- und Mittel-Kongo, in gewissen Regionen des Kasai, in Manyema und in der Umgegend von Yakoma die Schlafkrankheit im Abnehmen wäre. Dagegen habe sie 1911 schwer gewütet und die Form einer Epidemie angenommen am Semliki, am Kiwusee, am Kwilu und am Kwango.
Im Jahre 1912 wurden am Luapula und Lualaba Ortschaften der Schlafkrankheit wegen verlegt; in Katanga und in den Sektionen Tanganjika-Meru- und Ober-Luapula hatte sich die Seuche sehr vermindert. Doch sagte der Bericht immer noch, die Schlafkrankheit laste schwer auf der Kolonie.
Doch darf man andererseits auch nicht übersehen und verschweigen, daß das große Land auch viele sehr gesunde und stark bevölkerte Gebiete umschließt.
Eine Quelle der Belehrung sind die Berichte der englischen Konsuln über den belgischen Kongo, enthalten in „Correspondence respecting the Affairs of the Congo“.
Der Konsul Gerald Campbell in Borna schreibt unterm 25. 10. 1910:
„Der Uelle-Distrikt ist nicht allein gut bevölkert mit Eingeborenen bedeutenderer Intelligenz als sie gewöhnlich im