Grenzen des Konde- Landes.
Tektonischer Aufbau des Njassa- Gebietes.
(Der Name »Konde«.)
KAPITEL V.
Das Konde-Land.
(Hierzu Atlas Tb. 5 1 —7 2 0
Unter dem Xamen »Deutsches Konde-Land« wird nach dem heute allgemein üblichen Sprachgebrauch*) ein kleines Gebiet an der Nord-Spitze des-Njassa-Sees zusammengefasst, dessen Grenzen sind: im Osten der Njassa-See, im Nordosten die steilen Abstürze des Livingstone-Gebirges, im Südosten die Untali- und Malila- Berge, im Norden der mächtige Stock des Rungwe-Vulkans und im Süden der Unterlauf des Ssongwe-Flusses (die Grenze gegen das englische Gebiet).
Bevor ich mit der Schilderung des Konde-Landes selbst beginne, wird es zweckmässig sein, mit einigen Worten auf den tektonischen Aufbau des in geologischer Hinsicht höchst interessanten Njassa-Gebietes einzugehen.**) (Siehe das Schema Fig. 131 und die dieser Arbeit beigefügte Karte des Konde-Landes )
Der über 500 km lange und im Durchschnitt etwa 50 km breite Njassa verdankt seine Entstehung einem Einbruch der Erdrinde, bei welchem das früher etwa zur Höhe der jetzigen Randgebirge sich erhebende Gebiet bis zu dem heutigen Seegrunde hinabsank; da die von Moore gelotete grösste Tiefe des Sees 785 m beträgt, so reicht sein Grund stellenweise weit unter den Spiegel
*) Das Wort »Konde* bedeutet bei den Eingeborenen nach der Auskunft sprachkundiger Missionare nur die »Niederung«, d. h. die flache Alluvial-Ebene am Njassa-Ufer, und es ist daher eigentlich falsch, von einem »Konde-Hochland« resp. »Konde-Oberlaml« zu sprechen; die hochgelegenen Gebiete müssten nach einheimischem Sprachgebrauch als »Muamba« (Bergland) bezeichnet werden. Ich schliesse mich der Bequemlichkeit wegen jedoch der herrschenden Nomenklatur an. Prince 1 ) weist den Namen »Kondc« für das deutsche Gebiet überhaupt zurück und will ihn nur für das südlich des Ssongwe-Flusses gelegene englische angewandt wissen; er hat darin jedoch nur insoweit recht, als der Stamm der »Wakonde« heutzutage allerdings südlich des Ssongwe sitzt, da er aus den einst im deutschen Konde-Land gelegenen Wohnsitzen grösstenteils nach Süden vertrieben wurde.
Johnston 2 : leitet den Namen »IConde« davon ab, dass dieses Wort bei benachbarten Stämmen Banane« bedeute und dann auf das bananenreiche Konde-Land übertragen sei.
Giraud 3 ; sagt: Conde veut dire en Kisuaheli »plaine« et en Kikonde il signifie »bananc«.
**) Ich folge hierbei den Ausführungen BornhardtsL und benutze ferner die von Kohlschütter 5 ) und Dantz 0 ) veröffentlichten Mitteilungen.
*) 1!> ; S. 213 ; 2 ) 25, S 390 ; 3 ) 7, S. 171 ; 4 ) 3S, S. 434 etc.; ft ) 50; t; ) 70.