Kritisch'Ueu-Guinea.
Die von dem Entdecker nach dem Namen ihrer Bewohner zuerst „Papua", nach ihrer vermeintlichen Ähnlichkeit mit der afrikanischen Guinea-Küste von dem Spanier Ortiz später Neu-Guinea genannte Insel wurde 1326 von dem Portugiesen Jörge de Menezes aufgefunden und später von Torres (1606), Schouten (1616), Dampier (1699', Cook (1770), d'Entrecasteaux (1792) und Bampton (1793) besucht, aber erst im Jahre 1828 nahmen die Holländer von dem westlichen Teile der großen Insel bis zum 141. o östlicher Länge offiziell Besitz. Dieselben errichteten das Fort de Bus an der Tritonbai, gaben diese höchst ungesunde Niederlassung aber schon 1836 wieder auf, ohne damit jedoch ihren Ansprüchen auf die Westhälfte der Insel zu entsagen. Englische, holländische, italienische, deutsche und russische Forschungsreisende wirkten während der nächsten Jahrzehnte in verschiedenen Teilen der Insel, vom Jahre 1871 an erschienen hier auch Missionare der Londoner Missionsgesellschaft. 1873 entdeckte Kapitän Moresby den nach ihm benannten Hafen und nahm ihn für England in Besitz, und um 1874 begann in Australien, besonders aber im nahen Oueensland, eine Agitation zu Gunsten der Annektierung Neuguineas, doch fanden diese Bestrebungen in London keine Unterstützung, und auch die damals entstandene „New Guinea Colonization Association" hatte keinen Erfolg. Von 1877 ab wurde das Land auch von australischen Goldsuchern erforscht, welche das edle Metall jedoch nur in ganz verschwindend kleinen Mengen fanden.
Erst im März 1883 wurde die allgemeine Aufmerksamkeit wieder auf die Insel gelenkt, als die Osthälfte derselben von Sir Thomas Mac Jlwraith, derzeitigein Premierminister von Queensland, kurzweg für England annektiert wurde, „erstlich, „weil ihr Besitz für das britische Reich wertvoll und speziell für den Frieden und „die Sicherheit Australiens, die Entwickelung des australischen Handels und für „Verhinderung und Bestrafung von Verbrechen in der Südsee wichtig sei; zum „andern, weil die Etablierung einer fremden Macht in der Nachbarschaft Australiens „für britische und speziell australische Interessen schädlich sein würde." Auch dieses eigenmächtige Vorgehen einer Kolonialverwaltung wurde zwar in London nicht gebilligt, aber im November 1834 erschien doch ein britisches Geschwader in der Orangebai und proklamierte das englische Protektorat über den südöstlichen Teil der Insel, deren nordöstlicher Teil Ende 1884 offiziell unter deutschen Schutz gestellt wurde. Britisch-Neu-Guinea wurde dann 1888 als Kronkolonie erklärt und sein in Port Moresby residierender „Administrator" dem Gouverneur von Oueensland