Neu-Mdnmles.
Die Kolonie Neu-Südwales mit dem stolzen Motto: „^.ävaries ^.ustralia" umfaßte ursprünglich nach der Bestallung des ersten Gouverneurs Phillip die gesamte Osthälfte des Kontinents bis zum 135.° und die in gleicher Breite liegenden Südseeinseln. Nachdem im Jahre 1625 Tasmanien und 1836 Südaustralien als selbständige Kolonieen abgetrennt worden waren, teilte man das Land in den 40er Jahren in drei, alle unter dem Oberbefehl des Gouverneurs in Sydney stehende Distrikte, wovon der südliche im Jahre 1831 als Kolonie „Viktoria", der nördliche 1859 als „Queensland" losgetrennt wurden. Der verbleibende mittlere Teil, das heutige Neu-Südwales, umfaßt 791 139 lUKm und hat damit ungefähr die Ausdehnung von Deutschland und Österreich zusammengenommen. Seiner Bodenbeschaffenheit nach kann man das Land in drei Teile scheiden: Der Küste entlang läuft ein 50 bis 200 Km breiter, wasserreicher, allerdings auch Überschwemmungen ausgesetzter Streifen, der sehr fruchtbar und dicht besiedelt ist und nach dem Meere zu meist schroff abfällt; westlich davon dehnt sich hinter der großen Scheidekette, welche aus 7 Hauptzweigen besteht und vielfach fast senkrecht aus der Küstenebene aufsteigt, ein Tafelland aus, welches, durch steile und tiefe Thäler unterbrochen, bis zum 151 v reicht, und wieder westlich davon schließt sich dann sanft abfallend der sogenannte Niverina-Distritt zwischen dem Lachlan und dem Murrayfluß an, dessen weite Ebenen nur mit lichtem Busch bestanden, aber teilweise gut bewässert sind und zur günstigen Jahreszeit üppig grüne Weidegründe bieten. Auch innerhalb der Bergregion befinden sich große Ebenen, so die 2000 Fuß über dem Meere liegenden Liverpool- und die Monaro- Ebenen. Teile des Hochplateaus sind vulkanischen Ursprungs und dementsprechend fruchtbar, während die niedrigeren Teile des Plateaus mit Ausnahme der zahlreichen Flußthäler ziemlich steril sind.
Die Hauptflüsse von Neu-Südwales liegen im Westen der Wasserscheide und sind der l.300 Meilen lange, im Sommer durchschnittlich 240 Fuß breite und 16 Fuß tiefe Murray und dessen Nebenflüsse Darling und Murrumbidschi; doch geht die Dampfschiffahrt auf dem Murray nur bis zu dem schon dicht an der Grenze von Viktoria gelegenen Albury.
Der Regenfall nimmt nach dem Innern zu ab, beträgt in Sydney 1202 mm, in Bathurst 534 und am Darling nur noch 158 mm. Eine ansehnliche Zahl artesischer Brunnen, welche 1000 bis 4000 Fuß tief gebohrt wurden, hat letzthin manche bislang ariden Strecken nutzbar gemacht. In den westlichen Distrikten folgen periodischen Dürren zuweilen auch gewaltige Überschwemmungen.