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Kamerun : Reise in die Hinterlande der Kolonie / von Bernhard Schwarz
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Ins Innere.

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für über den Mungo zu hören. Derselbe sei weiter im Lande drin in zwei Arme zertheilt. Der eine, der rechte Zufluß, komme eben aus dem genannten Anji-See, der andere aber zweige in größerer Ferne vom Wuri ab.

Wenn diese Angaben auf Wahrheit beruhen, dann wäre das große hydrographische Räthsel der Kamerun-Flüsse in einer Weise gelöst, wie ich es mir schon zu Hause construirt hatte, wie es sich auch' Zöller denkt und selbst die Perthes'sche Jubiläumskarte von Afrika anzunehmen scheint. Danach wären die sämmtlichen Kame­run-Flüsse, ähnlich wie beim Niger-Delta, nur die Mündungs­stränge eines und desselben Hauptflusses im Innern, als welchen man etwa den uns später noch so oft genannten Ue anzusehen Hütte. Der Kalabar freilich, den ich mir früher ebenfalls als einen Zweig dieses großen Geästes vorzustellen pflegte, müßte, dem Be­richt dieses schwarzen Gewährsmanns gemäß, dann gar nicht den bisher angenommenen, im Grunde doch auch recht auffälligen ost- westlichcn Lauf haben, sondern man könnte sich denken, daß er etwa bald hinter den sogenannten Ethiope-Katarakten links umgebogen sei und von den dortigen Binue-Hochlandeu herabkomme.

Auf alle Fälle mußte uns die Darstellung des Sklaven ge­waltig aufregen. Unterstützt von Nichardson, brachten wir ihn deßhalb dahin, daß er sich bereit erklärte, uns gegen eine Zusiche- rung von 2 Mk. täglich zu begleiten, obwohl er die bis zur Früh- jahrs-Regenzeit auszuführende Feldarbeit nur ungern im Stich ließ. Richardson aber beruhigte ihn, indem er ihm sagte eine neue Illustration zu den Sklavereiverhältnissen in Balundu, daß er sich für das von uns zu erwartende Honorar ja einen Stellver­treter halten könne. So legten wir uns denn am Abend zur Ruhe mit der das Herz mächtig bewegenden Hoffnung, daß es uns glücken werde, ein neues Seebecken im dunkeln Erdtheil zu entdecken.

Von Bakundn-Llmd bis zu den Basaramis.

Ahnungsgrauend, todesmuthig" brach der neue Morgen an, indeß ohne Aerger sollte auch dieser Abmarsch wieder nicht vor sich gehen. Zunächst kam der erste Hetman mit der Nachricht, daß