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Ins Innere.
Lampenscheine! Als es 3 Uhr war, schallte es plötzlich wie gellende Hilferufe mark- und beinerschütternd durch den Buschwald, der uns rings einengte. Was war das wieder? Knutson gab uns Aufschluß. Im Dorfe drunten waren kürzlich einige Kinder gestorben und nun schallte die Todtenklage aus verzweifeltem Mutterherzen. War es nicht, als ob sie schon uns gälte, vor deren Füßen sich die Gruft aufgethan hatte? Grausen überkam unsere Seelen; ach, daß der erlösende Tag anbräche!
So beschaffen war die Nachtruhe, die unserem ersten schweren Tropenmarsch voranging. Wie matt an Leib und Seele fühlten wir uns, als endlich der siegreiche Feind aller Furcht, das glorreiche Tagesgestirn, aufstieg! Aber mit allen dunklen Nachtgestalten war doch nun auch unser Peiniger entflohen. Der unheimliche Geselle, der Tod heißt, hatte sich verzogen, die Todtenklagen waren stumm geworden, das warme, freundliche Leben schlug uns mit tausend Pulsen entgegen.
Bis ins Bllkundu-Llmd.
Es war ein eigenartiges Bild, das der Hof der schwedischen Factorei in Mapanja am Morgen des 4. Decembers bot. Von allen Seiten marschirten unter schallendem Gesang die kräftigen Gestalten unserer Träger heran, begleitet von sorglichen Frauen und neugierigen Kindern, die schließlich eine nach Hunderten zählende, lärmende und hin und her wogende Menge abgaben. Dazwischen loderten mächtige Feuer, über denen dickbauchige Töpfe dampfteu, denn unsere schwarzen Träger wollten vor dem Abmarsch natürlich noch gespeist sein. Und dazu als Staffage der sonnen- beglünzte Vuschwald ringsum und die schimmernden Zinnen des Gebirges in der Höhe und das blaue Meer in der Tiefe.
Leider nur sollte das schöne Gemälde gar bald schon eine Trübung erfahren. Die Schwarzen waren ja freilich in der besten Stimmung angekommen. Sie hatten mir wie einem alten Bekannten insgesammt die Hand gereicht, denn das ist ihr Gruß dem Weißen gegenüber, während sie unter einander eine andere Vegrüßungsart haben, indem zwei sich Begegnende mit einander