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Bei kunstsinnigen Kannibalen der Südsee : Wanderungen auf Neu-Mecklenburg 1908 - 1909 / von Elisabeth Krämer-Bannow. Nebst wiss. Anm. von Augustin Krämer
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Anmerkungen über Neu-Mecklenburg (Tombara).

von Prof. Dr. Augustin Krämer.

1) S. 2: Die ganze, an 450 Km lange Insel Neu-Mecklenburg (früher New-Jreland), am besten mit dem Eingeborenen-Namen Tombära zu be­nennen alsM,-«^i-o totobesteht in der Hauptsache aus gehobenem Risfkalk. Selbst auf dem 1350 in hohen Lürun - Berg im Mittelgebiet, den ich am 23. April 1909 bestieg, als höchsten bis dahin erreichten Punkt im Bismarckarchipel, fand ich nur dasselbe Gestein. Daß aber dieser Kalk nur eine Decke über einem vulka­nischen Kern ist, wird dadurch vor Augen geführt, daß einzelne Strandpartien aus vulkanischen Kieseln und Sanden bestehen, die als Auswürflinge der See, z. B. großartig an der Ostküste in der Bucht nördlich Kap Sena, den sub­marinen Untergrund verraten ls. im Buch S. 41). Auch die größeren Wasser­läufe bringen aus den Erosionsrinnen ähnliches Geröll herab, bei dem sogar Proben von Urgestein nicht fehlen, wie z. B. im Hiruaüfluß im Südosten, an dessen Ablauf auch Sapper ältere Eruptivsteiue in ziemlicher Aus­dehnung anstehend verzeichnet. Dabei muß aber bedacht werden, daß größere Flüsse nur in Tälern und Ebenen vorhanden sind, da an den Hängen, wie in allen Kalkgebirgen, das Wasser sofort wegfällt, um als mehr oder minder große Quelle am Fuß der Böschung zu erscheinen. So entstehen Bäche und Flüsse an der Küste, die oft nach wenig Schritten Entfernung ins Meer fallen, wie z. B. der tiefe Dälom in der Mndanbncht (S. 81), der Katampet bei Lsmeris (S. 200), der nur 10 m lang ist und so reißend, daß man ihn vorsichtig durchwaten muß, usw. Sie bieten dem durstigen Wanderer herr­liche Labung.

Anders die Salzflüsse, wie z. B. der Lulu bei M ä lo m, der B o b o- rss (S. 140) bei L^masong usw., welche Wohl zweifellos unterirdischen Salzlagern ihre Nahrung verdanken müssen. An einen Abfluß aufgespei­cherten Gezeitenwassers ist wegen der Gleichmäßigkeit des Abflusses und des Höhenunterschiedes nicht zu denken. Das vulkanische Gestein kommt aber auch anstehend vor. Ich selbst stieß freilich nur ein einziges Mal auf einen flachen Felsen von ea. 10 am Fläche im Walde, 500 m über Lemn an der Westküste.

Sapper verzeichnet dort im Küstengebiet jüngere Eruptivgesteine in langer Ausdehnung, in der Höhe einen Streifen ältere E. von ca. 5 Km Länge; die jüngeren Formen besonders ausgedehnt auch im Südteil der Insel an der