Im wilden Neu-Mecklendurg.
1. Der Süden.
Die „Langeoog" stampfte und schlingerte einmal wieder entsetzlich. Zeder wußte, daß dieser kleine Frachtdampfer, der den Regierungssitz von Neu-Euinea, Rabaul, mit den umliegenden Inseln in Verbindung setzt, es niemals ohne Schlingern tat, und man brauchte es deshalb kaum zu erwähnen. Aber diesmal, als wir unsere Fahrt von Kävieng aus auf ihm antraten, unsere eigentliche Reise ins „Wilde" von Neu-Mecklenburg, gelang es ihm doch besonders stark. Die „Langeoog" ist nur so groß, wie ein mittlerer Elbkahn, sie hat einen Turm in der Mitte, der Passagierraum und Kommandobrücke zugleich ist, und der durch sein Topgewicht nicht wenig zu dem unliebsamen Schwanken beiträgt. Selbst solche erprobten, südseegewohnten Reisenden wie wir, die so leicht nicht nachgaben, mußten sich bequemen, eine liegende Stellung auf den beiden Bänken des offenen Aufbaus einzunehmen, deren mißfarbige Segeltuchkissen schon manchen Leidenden beherbergt hatten. Die einzige obere Kabine war wegen ihrer dumpfen Luft und Schwüle gefürchtet, und so lag alles um den einen Tisch herum und wartete auf die Augenblicke, in denen das überholende Schiff einen Ausschnitt der Küste den Blicken preisgab, um sich dann wieder nach der entgegengesetzten Seite zu wälzen. Der Morgen war frisch und sonnig, ein strammer Passat wehte und hatte die See tüchtig aufgewühlt. So sahen wir alle nicht viel von unserer Umgebung und wurden erst aufmerksam gemacht, als Bewegung unter der schwarzen Besatzung entstand. Die Jungen hatten ein treibendes
Krämer, Bei kunstsinnigen Kannibalen. 1