Reise nach Neu-Pommern. 151
fahren, daß also für uns Gelegenheit geboten wäre, dort Geschäfte zu erledigen. Allerdings würde der „Seestern" nur kurz am Regierungssitz bleiben, er sollte bald hinüber nach der Westküste fahren und den Gouverneur dort wieder aufnehmen.
Der Leiter der Expedition mußte froh sein, diese Gelegenheit zu finden, denn auf die Hilfe S. M. S. „Planet" war nicht zu rechnen. Da war nun Eile geboten; schneller Rückmarsch nach Lamasong und Zusammenpacken aller erforderlichen Sachen für den Aufenthalt unter Weißen, sowie für eine Fußtour an der Westküste, denn diese sollte bei der günstigen Gelegenheit der Rückfahrt angeschlossen werden. Anstatt gleich nach der Landung am schmä'lsten Teil der Insel die Durchquerung zu machen, sollte eine große Strecke der uns noch unbekannten Westküste nach Norden zu abgegangen und etwa bei Le- mau das Gebirge überschritten werden, um die Ostküste zwischen Panagundu und Tangatupi (Lä.masong) wieder zu erreichen. Am Morgen des nächsten Tages, des 27. Februar, legte sich das schmucke Schiff in der Nähe unseres Strandes vor Anker, und Herr Kapitän Meinken, unser alter Freund, kam, uns zu holen. Bald war alles auf dem Schiff untergebracht, Krämer und ich, unsere schwarzen Jungen, darunter der treue Tondo nicht fehlte, und das verschiedenartige Gepäck. Der Chinese blieb mit dem Rest der Diener bei Schilling zurück. Die Fahrt ging ziemlich nahe der Ostküste nordwärts, das soeben verlassene Hamba konnte von der Seeseite begrüßt werden, halb verschleiert vom Dampf seiner zerstäubenden Brandung. Eine ganze Zeit blieb die Ostküste steil und felsig, dann lagerte sich streckenweise Flachland vor; der ganze Norden ist slach und gutes Pflanzungsland, so daß sich auch schon viele Unternehmungen dort gebildet haben. Wir hatten dies alles schon einmal gesehen, damals, als die „L a n g e 0 0 g" uns nach Muliama brachte, doch fuhren wir jetzt in viel größerer Küstennähe und erkannten deutlich die Pflanzungen Fezoa, Filiba, Kapsu und andere mit ihren regelmäßigen jungen Palmen und Europäerhäusern. Vor Kä- oieng wurde die Nacht über vor Anker gelegen. Am folgenden Morgen, dem des 28. Februar, gewannen wir durch den Albatroß-