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Nach Ostafrika.
jie deutsche Kolonie in Ostafrika aus eigner Anschauung I kennen zu lernen und den höchsten deutschen Berg, den | Kilimandscharo, zu besteigen und zu erforschen, das war das Doppelzicl der Reise, die ich im Dezember 1886 zur äquatorialen Ostküste des schwarzen Erdteiles unternahm.
Während unsre Anschauungen von den Sansibar gegenüberliegenden Länderstrecken durch der Parteien Gunst und Hafs so sehr getrübt sind, dafs das grofse Publikum nicht mehr recht weifs, was es von den dortigen deutschen Erwerbungen halten soll, ist unsre Kenntnis vom Kilimandscharo, wesentlich durch das Forschungswerk von der Deckens, eine trotz aller Lückenhaftigkeit so klare wie über kein andres gleich abgeschlossenes Gebiet von Äquatorialafrika.
Die Kunde von Afrikas höchstem Schneeberg, dem doppelgipfeligen Kilimandscharo, reicht bis ins hohe Altertum hinein, aber seine eigentliche Entdeckungsgeschichte ist kaum vierzig Jahre alt. Wie die erste verbürgte Nachricht von seiner Existenz in unsrer Zeit von den afrikanischen Gestaden des Indischen Ozeans ausgegangen ist, so kamen auch im Altertum die ersten dunkeln Gerüchte über sein Vorhandensein von der Ostküste Afrikas nach Europa. Aus Nachrichten griechischer Schiffahrer berichtet zuerst Ptolemäos im 2. Jahrhundert n. Chr. von einem Mondgebirge und einem Quellsee des Nils, worunter wir vielleicht den Kilimandscharo und den Ukerewe-See zu verstehen haben. In den nächsten Jahrhunderten ging aber diese unsichere Kenntnis verloren und wurde erst wiedergewonnen durch die Araber, die seit dem 10. Jahrhundert an der Ostküste Afrikas südwärts schifften. Weil im Angesicht der fabelhaften Mondgebirge gelegen, wurde sogar Madagaskar von ihnen Mondinsel (Quamara) genannt; ein Wort, das heute noch in dem Namen „Comoren" fortlebt. Dabei blieb es, bis 1518 der reisekundige Spanier Fernandez de Encisco, welcher das seit 15°7 portugiesische Mombassa an der afrikanischen Ostküste besucht hatte, bestimmtere Nachricht von einem westlich von Mombassa gelegenen, ^, sehr hohen „Berg Olympos" gibt, den er von den Mondbergen, dem
Quellgebirge des Nilstroms, scharf unterscheidet. Drei Jahrhunderte gingen hin ohne Erweiterung der Kenntnis von dem mythischen Berg Olympos. Da endlich am 11. Mai 1848 war es ein Deutscher, der Missionar J. Rebmann, dessen Augen zuerst das gröfste Wunder Afrikas, den Schneegipfel, welcher den Äquator verhöhnt, leibhaftig erschauten.
Trotz der starken Anzweiflung, welche Rebmanns und Krapfs Berichte besonders durch den englischen Pedanten Desborough Cooley erfuhren, ward doch ein Jahrzehnt später die Richtigkeit ihrer Ent-
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Am Südabfall d es Kimawensi.
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