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Was soll nach dem Kriege aus den zwei Millionen unserer deutschen Brüder in Russland werden? / Eine Denkschrift von Carl Cesar Eiffe
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Volksgenossen gearbeitet. Wie immer in solchen Fällen haben sie im Rampf des Alltags wohl oft verzweifelt und statt Fortschritt nur Stillstand und damit Rückschritt gesehen, sie hatten aber mehr Einsicht in die vorhandenen Übelstände und Schattenseiten der lokalen Verhältnisse als weite Übersicht. Sie alle aber, ohne Ausnahme, bestätigten mir die Richtigkeit meiner Eindrücke und vor allem pflichteten sie mir in der Behauptung bei, unter den gegebenen Verhältnissen könnte man gerechterweise kaum mehr verlangen, doch seien die hervorragenden guten deutschen Charaktereigenschaften durchaus noch vorhanden. Sie teilten auch alle meine Ansicht, bei einer Verpflanzung der Ju­gend in geordnete Staats- und Schulverhältnisse, wie sie in den baltischen Provinzen oder in Deutschland vorhanden sind, würden sie, die wenig gekannten und wenn oberflächlich gekannt, viel ge­schmähten Wolga-Rolonisten ein wertvoller Zuwachs und Bestand­teil ihrer neuen Heimat werden. . !

In vorstehendem hoffe ich schon gezeigt zu haben, daß unter ihnen, wie überall, Licht und Schatten verteilt ist, und wie oberfläch­lich und unsinnig es ist, von einem Volkskörper von vielen Hundert­tausenden zu sagen, sie sind absolut gut oder sie taugen nichts.

Geistig und landwirtschaftlich stehen die Kolonisten wohl im großen und ganzen noch, wo ihre Väter vor ^00^0 Iahren standen, mit allen vor- und Nachteilen, die ein solcher Zustand mit sich bringt. Jedenfalls haben wir es hier mit einem Rlenschenmaterial zu tun, das dem deutschen Volks- tum nicht verloren gehen darf.

Bei dem jetzigen Kampf aber aller gegen das Deutschtum auf der Welt wird auch der Blindeste erkennen, daß wir die boden­ständigen Deutschen in Rußland nicht dem sonst sicheren Schicksal ihres Unterganges überlassen dürfen, sondern sie uns erhalten müssen, und zwar aus gesunder Selbstsucht.

III. Zünfzehntaufenö Schwaben in Transkaukasten.

Nicht nur, wie früher angenommen, religiöse separatistische, sondern auch wirtschaftliche Gründe veranlaßten nach dem großen Hungerjahr etwa 800 Familien von Württemberg aufzubre­chen, und zwar ging die Fahrt, wie viele hundert Jahre früher die