Druckschrift 
Was soll nach dem Kriege aus den zwei Millionen unserer deutschen Brüder in Russland werden? / Eine Denkschrift von Carl Cesar Eiffe
Entstehung
Seite
44
Einzelbild herunterladen
 

- 44 -

Geschichte, Schicksal und Eigenart unserer Volks- und unserer Stammcsgenossen in Nußland zu gewinnen. Daher machen wir uns jetzt mit dem Wesen und den Verhältnissen in den Wolga­kolonien und in den Schwabendörfcrn im Kaukasus bekannt, und zwar auf Grund meiner dort gewonnenen Eindrücke,

Wir werden klar erkennen, daß auch diese Teile unseres Volkes zu wertvoll sind, um der Nussifizierung verfallen zu dürfen, daß sie vielmehr deutsch erhalten werden müssen; dies wird durch ihre Umsiedelung in deutsches Gebiet möglich sein.

II. Sie Wolga-Kolonien.

Ehe zum ersten Male deutsche Wanderer dem Rufe Katha­rinas II. folgten, bevölkerten nur Kirgisen, Baschkiren, Kalmücken und andere wilde Nomadenstämme, dazu Räuber wie Stenka Nasin die Steppen auf dem linken Wolgaufer. Auf dem rechten Ufer breiteten sich schier undurchdringliche Wälder aus, in denen aus­gestoßene Sektierer und verbannte Verbrecher ihr kärgliches Da­sein fristeten.

Am 4- Dezember i^762 erließ Katharina II. ein Manifest,durch welches sie alle in Europa zur Auswanderung Geneigten mit Ausnahme der Juden aufforderte, sich an der Wolga nieder­zulassen". In diesem Manifest aber wurden den Einwanderern keinerlei Rechte und bürgerliche Lebensbedingungen in bestimmten Formen zugesichert, und es blieb daher ohne Erfolg. Man beachte dies für heutige Kolonisationspläne im großen Stil, wenn die notwendige Rückwanderung aufs Land, von deren Gelingen nicht zuletzt die Zukunft unseres Volkes abhängt, schnellen und großen Dauererfolg zeitigen soll.

Die Kaiserin erkannte ihren Fehler und versprach in ihren: zweiten Manifest vom 22. Juli ^76Z u. a. den Einwanderern freie Reise und Reisegeld nach Nußland. Nachdem sie sich entschieden hätten, worin ihr eigentliches verlangen bestehe, ob sie sich unter die Kaufmannschaft oder unter Zünfte einschreiben lassen und na­mentlich in welcher Stadt Bürger werden wollten, oder ob sie verlangen trügen, auf freiem und nutzbarem Bo­den in ganzen Kolonien zum Ackerbau oder zu aller­lei nützlichen Gewerben sich niederzulassen, sollten