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Die Masai : ethnographische Monographie eines afrikanischen Semitenvolkes ; mit 89 Fig., 6 Taf., 61 Abb. u. e. Uebersichtskt. / von M. Merker
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221
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DRITTER ABSCHNITT.

I.

Die Wändoröbbo der drei Zweige des Masaivolkes.

Die Sitten der Wakuafi gleichen im allgemeinen denen der Masai voll­kommen, und wo sich in einer oder der andern ihrer Kolonien ein geringer Unterschied geltend macht, ist er lediglich auf den Einfluss der benachbarten ansässigen Negerstämme zurückzuführen. Solche Abweichungen sind also dem Masaivolk als Ganzem nicht eigentümlich und ihre Besprechung würde über den Rahmen der vorliegenden Studie hinausgehen. Dagegen ist es nötig, noch näher auf die Sitten und Gebräuche der zum Masaivolk gehörenden Wandorobbo einzugehen, welche sich in ihrer scheuen Abgeschlossenheit ziemlich ohne fremden Einfluss gehalten haben, 1 ) und die sich bei einem Vergleich mit den Sitten der Masai ergebenden Unterschiede darzustellen, wie auch die Uebereinstimmung in den Hauptpunkten zu konstatieren.

Wir haben gesehen, dass unter diesen Namen Angehörige aller drei Zweige des Masaivolkes fallen. 2 ) Aus der ältesten Epoche stammen die Asä, aus der mittleren die El asiti und aus der jüngsten die El gassurek. 3 ) Dass den letzteren beiden die Asä in vielen Dingen als Vorbild dienten und dass sich die El asiti oft auch als Asä bezeichnen, liegt in den Verhältnissen. Sie sind beide nur Jäger, während sich bei den El gassurek noch hier und da die Neigung zur Viehzucht erhalten hat.

Im folgenden sollen aus naheliegenden Gründen nur die Asä behandelt werden. Die beigegebenen einheimischen Worte sind daher dem Asä-Idiom entnommen.

*) Mit Ausnahme eines solchen der Tatoga, eines dem Masaivolk anthropologisch sehr nahe stehenden Volkstammes.

2 ) Von den nicht zum Masaivolk gehörenden Wandorobbo, welche sich als die Reste eines untergegangenen Scmitenvolkes das dem Sonnenkult huldigte, in Vermischung mit Tatoga und Masai darstellen, ist im folgenden nicht die Rede. /

3 j Die übrigen Bezeichnungen, mit denen sich die Wandorobbo der einzelnen Distrikte be­nennen, haben geographische Bedeutung.